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Fahrzeug-Spendenaktion für Flutopfer

Gemeinsam mit seinem Unternehmen spendet Peter Klein vier Fahrzeuge und einen Motorroller

MÜLHEIM-KÄRLICH. Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat private Lebensumstände dramatisch verändert, Häuser und Grundstücke sind zerstört, Arbeitsplätze sind verschwunden. Durch den Verlust des eigenen Fahrzeugs wird zudem oft eine existenzielle Mobilität stark eingeschränkt. Hoffnung bringt für die Betroffenen die uneingeschränkte Solidarität mit Spendenaktionen von Menschen aus ganz Deutschland.

Eine dieser Spendenaktionen wurde gemeinsam mit verbundenen Werkstätten aus ganz Deutschland organisiert. „Wir haben die Bilder aus den Krisengebieten gesehen und waren zutiefst berührt. Die unzähligen Schicksale der Katastrophe, quasi direkt vor unserer Haustür in meiner Region. Nach dem ersten Schock haben wir schnell bemerkt, dass auch die Mobilität von vielen Menschen eingeschränkt sein wird. Unzählige Fahrzeuge wurden irreparabel zerstört oder sind weggespült worden. Wir wollten gemeinsam mit anderen Kfz-Werkstätten unbedingt helfen und etwas bewegen,“ erklärt Peter Klein, Geschäftsführer der Kfz Klinik Klein GmbH.

Binnen weniger Tage wird eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Grundidee hinter der Aktion ist, dass grundsätzlich fahrbereite Autos gespendet werden und kostenfrei durch die Kfz-Werkstätten generalüberholt und repariert werden. Im Anschluss daran werden die Fahrzeuge an Betroffene gespendet. Bei der Aktion setzt Klein auch auf die Community der Facebook-Gruppe „Autofahrer Koblenz und Umgebung“. Er selbst hat diese Facebook-Gruppe als Kommunikations- und Austauschplattform für Autofahrer geschaffen. Diese Plattform hilft Klein bei der Umsetzung der Spendenaktion.

„Unsere Idee war, dass vielleicht bei dem ein oder anderen ein Fahrzeug in Besitz ist, welches nicht mehr gefahren wird oder bereits seit einiger Zeit eine Reparatur benötigt und abgegeben werden soll. Arbeitsleistung, Ersatzteile und die Abwicklung erfolgten dann durch unsere Teams der einzelnen Werkstätten. Ganz nach dem Motto ‚Gemeinsam ist man stark‘,“ so Klein weiter.

Tatsächlich finden sich binnen weniger Tage vier Fahrzeuge und ein Motorroller alleine aus seiner Region. Zusätzlich gab es auch finanzielle Spenden, die ebenfalls in die gespendeten Fahrzeuge fließen konnten. Klein gewinnt einen Industriepartner hinzu, der Ersatzteile und Verbrauchsstoffe für die Aktion stiftet.

Das Team seiner Kfz-Werkstatt setzt alle Teile zusammen und schafft mit Man-Power und Fachkompetenz neue Mobilität für Betroffene. Bleibt nach Fertigstellung der Fahrzeuge die wichtige Frage nach der fairen Vergabe der Spenden. „Wir wollten ganz sicher sein, dass die Spenden bei den richtigen Menschen ankommen. In der Aktion steckt so viel Herzblut von uns allen, da ist es nur mehr als richtig, dass die neuen Eigentümer korrekt ausgewählt werden,“ erklärt Klein.

Durch ein spezielles Vergabeprinzip mit detaillierten Nachweisen konnte dies erreicht werden. So konnten Betroffene unterstützt werden, die nahezu keine Unterstützung von Versicherungen oder Verwandten erhalten haben. Mit den Fahrzeugen wird nun ein Neuanfang für Familien ermöglicht, deren komplettes Leben in der Flut weggespült wurde. „Ganz wichtig war uns von Anfang an die Transparenz der ganzen Aktion. Über die sozialen Medien habe ich immer über den Sachstand und den Ausgang der Aktion informiert. Ich bin richtig stolz auf die gesamte Gemeinschaft. Das ist wirklich toll,“ sagt Peter Klein.

Durch diese gemeinschaftliche Aktion der verbundenen Werkstätten wurden insgesamt über 70 Fahrzeuge an neue Besitzer aus den betroffenen Gebieten übergeben. „Die Dankbarkeit der Menschen ist wirklich etwas Wunderbares. Da weiß man auch, warum man so eine Aktion mit begleitet,“ so Klein.

Andernach AW vom Samstag, 18. September 2021, Seite 9 (17 Views)

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