Rhein-Lahn AW

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Rückblick auf das Jahr 2020

„Krisenarbeitslosigkeit darf sich nicht verfestigen“

REGION. Mehr Erwerbslose und ein Höchstmaß an Kurzarbeit: Der regionale Arbeitsmarkt stand 2020 im Zeichen der Corona-Krise. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur – er umfasst den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis - waren im Jahresdurchschnitt 6.543 Menschen ohne Beschäftigung und die Arbeitslosenquote lag bei 3,6 Prozent. Verglichen mit 2019 ist dies ein Anstieg um 1.558 Personen bzw. 0,8 Prozentpunkten.

Seit der Wirtschaftskrise 2009 gab es einen nahezu durchgängigen Aufwärtstrend am regionalen Arbeitsmarkt. Während die Beschäftigung auf einen Rekordwert anwuchs, erreichte die Arbeitslosigkeit ein historisches Tief. „Die Pandemie hat diese Entwicklung jäh gebremst und uns vor völlig neue Herausforderungen gestellt“, sagt Elmar Wagner, Chef der Agentur für Arbeit Montabaur. „Die gute Nachricht bei aller Ungewissheit ist jedoch, dass sich die Situation seit dem Spätsommer kontinuierlich entspannt hat.“ Im Dezember lag die Arbeitslosenquote mit 3,4 Prozent nur noch 0,7 Prozentpunkte höher als am Jahresende 2019. Am höchsten war der temporäre Anstieg zum Vorjahr im August – mit 1,4 Prozentpunkten.

„Im plötzlichen März-Lockdown lautete unsere erste Devise: Die Agentur für Arbeit muss trotz Kontaktbeschränkungen für ihre Kunden erreichbar bleiben und die finanziellen Hilfen zügig auszahlen“, erklärt der Agenturchef im Rückblick. „Um das zu gewährleisten, haben wir uns neu aufgestellt. Denn Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld sind existenzsichernd für betroffene Menschen und Betriebe “

Wagner spricht von einer raschen und gelungenen Umstrukturierung. Die bundesweiten telefonischen Servicenummern wurden um eine lokale Hotline erweitert. Der Digitalisierung leistete die Krise Vorschub. So musste man bislang persönlich in die Agentur kommen, um sich arbeitslos zu melden. Jetzt ist auch dies auf elektronischem Weg möglich.

Mit dem ersten Aufschlag im Frühjahr meldete ein Drittel aller Betriebe des Agenturbezirks für potenziell ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit an. Um die Flut dieser Anzeigen zu bewältigen, wurden Kräfte aus anderen Fachbereichen geschult und konnten innerhalb kürzester Zeit das Auszahlen von Lohnersatzleistungen unterstützen. Tatsächlich nahmen weitaus weniger Unternehmen die Kurzarbeit in Anspruch als zunächst zu erwarten war. Trotzdem wurde sie in nie gekanntem Ausmaß und in so vielen Branchen wie nie zuvor genutzt. Die Agentur für Arbeit zahlte für den Bezirk Montabaur fast 51 Millionen Euro Kurzarbeitergeld aus. Elmar Wagner: „Diese finanzielle Dimension und die auf relativ niedrigem Niveau gebliebene Arbeitslosigkeit sprechen dafür, wie wirksam dieses Instrument ist. Damit werden die Fachkräfte gehalten, die dringend gebraucht werden, um nach der Krise neu zu starten.“

Im dritten Jahr in Folge meldeten die Unternehmen bei der Agentur für Arbeit weniger freie Stellen. Von 2019 auf 2020 gab es mit einem Rückgang von 8.189 auf 6.131 Jobangebote einen Einbruch um 25,1 Prozent; auch hier schlägt die Pandemie zu Buche. Sie spiegelt sich zudem in der Beschäftigung, die lange Zeit auf Wachstumskurs war. Aktuell liegt die Statistik zum Stichtag 30. Juni 2020 vor. Normalerweise wird zur Jahresmitte in wetterabhängigen Branchen wie Land- und Forstwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie Gastronomie wieder verstärkt eingestellt. In der Corona-Krise hingegen ist ein Minus sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahresquartal zu verzeichnen, das vor allem auf einem Beschäftigungsrückgang in der Zeitarbeit und der Gastronomie beruht.

Nach dem fordernden Krisenmanagement legt die Arbeitsagentur den Fokus im Jahr 2021 darauf, die negativen Auswirkungen der Pandemie zu begrenzen und neue Perspektiven zu eröffnen - vor allem für Langzeitarbeitslose und andere Menschen, die es schwer haben, einen Job zu finden. Und auf keinen Fall sollen die Jugendlichen auf der Strecke bleiben, die nach der Schule ins Erwerbsleben starten möchten.

Weitergehende Infos sind zu finden unter www.

arbeitsagentur.de

Rhein-Lahn AW vom Samstag, 9. Januar 2021, Seite 6 (8 Views)

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