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Roter Trierer Weinapfel ist Streuobstsorte des Jahres 2021

Die alte Sorte soll im Raum Trier entstanden sein und wurde 1872 erstmals pomologisch beschrieben

REGION. Der Arbeitskreis „Obstsorten“ im Verband der Gartenbauvereine Saarland / Rheinland-Pfalz hat den „Roten Trier Weinapfel“ zur Streuobstsorte des Jahres 2021 für das Verbandsgebiet benannt.

Die wahre Herkunft dieser alten Sorte ist unbekannt. Es heißt aber, sie soll im Raum Trier entstanden sein. 1872 wurde der „Rote Trierer Weinapfel“ erstmals pomologisch beschrieben. Der „Rote Trierer“ oder „Rote Holzapfel“, wie die Sorte häufig bezeichnet wird, war im Süden und Westen Deutschlands, in Luxemburg, Frankreich, Österreich und der Schweiz verbreitet. Im Raum Trier ebenso wie in Lothringen, dem Saarland und im Metzer Raum wurde die Sorte Berichten zufolge häufig als Straßenbaum verwendet.

Im Jahr 1862 machte die Trierer Firma „Lambert & Reiter“ beim Pomologen-Kongress in Bingen am Rhein schon auf die Vorzüge der Sorte zur Mostbereitung aufmerksam. In Baden-Württemberg fand der „Rote Trierer Weinapfel“ infolge der Empfehlung des bekannten Pomologen Eduard Lucas eine starke Verbreitung.

Der „Rote Trierer Weinapfel“ ist ausschließlich als Wirtschaftsapfel für die Saft- und Weinherstellung geeignet. Darauf weisen auch seine weiteren Namen (Synonyme) wie „Trierischer Mostapfel“ oder „Trankapfel“ hin. Als breit anbaufähiger Massenträger war er geschätzt. Seine Fruchtgüte eignet sich nicht zum Frischverzehr und so war die Sorte bei Straßenpflanzungen wenig diebstahlgefährdet. Die eher kleinen bis mittelgroßen Früchte sind abgerundet kegelförmig und zum Kelch hin meist konisch verjüngt. Die Schale ist fest, glatt und geschmeidig und von grünlichgelber Grundfarbe, die von dunklem Rot verwaschen und streifig bedeckt ist. Die Früchte reifen spät und werden frühestens im Oktober geschüttelt. Sie sind sturmfest und dürfen gerne für eine spätere Verarbeitung länger am Baum hängen. Die Frucht ist sehr fest, saftreich und hat einen säuerlich-herben Geschmack. Der Baum erzielt auf guten Böden mit reichlich Wasser, in warmen Lagen bzw. Wein-bauklima, gute Fruchtqualitäten und hohe Erträge. Seine hohe Ertragsfähigkeit sorgt jedoch bei weniger optimalen Standortbedingungen oft für Kleinfrüchtigkeit. Der Baum wächst anfangs stark, mit Ertragseintritt wächst er schwächer. Der Schnitt muss dann darauf abzielen, die Triebkraft zu erhalten. Die zuerst aufrechte Krone wird später breit und hängend. Durch die sehr späte Blüte besteht eine hohe Ertragssicherheit.

Der „Rote Trierer Weinapfel“ ist gegen Obstbaumkrebs robust, jedoch für Schorf stark anfällig, deshalb sollte er nur an gut durchlüfteten und für die Sorte passenden Standorten gepflanzt werden. Für die Saft- und Mostherstellung ist die Sorte nach wie vor empfehlenswert. -red-

Mülheim-Kärlich AW vom Samstag, 9. Januar 2021, Seite 5 (5 Views)

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