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Augen auf in dunkler Jahreszeit

Dämmerungsstunden sorgen für mehr Wildunfälle auf den Straßen

REGION. Jetzt, nach Ende der Sommerzeit, verlagert sich Berufsverkehr in die Dämmerungsstunden. Damit steigt die Gefahr von Wildunfällen.

Dunkelheit, Nebel und nasse Straßen sind während Herbst und Winter keine Seltenheit. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) empfiehlt Autofahrern in den Wochen nach der Zeitumstellung besonders aufmerksam zu sein. Denn die Wildunfallgefahr steigt, wenn der Berufsverkehr durch die Umstellung auf die Winterzeit mit den Gewohnheiten der Wildtiere kollidiert. In den Dämmerungsstunden queren viele Wildtiere bei der Nahrungssuche Straßen, wodurch es zu Verkehrsunfällen kommen kann.

Im Herbst ist die Unfallgefahr überdurchschnittlich hoch – besonders zwischen 6 und 8 Uhr morgens. Hauptsächlich betroffen: Rehe und Wildschweine. Zu diesen Er-gebnissen kommt der Deutsche Jagd-Verband (DJV). Wissenschaftler haben hierfür mehr als 21 600 Datensätze des Tierfund-Katasters (www.tierfund- kataster.de) für den Zeitraum September 2018 bis August 2020 ausgewertet.

Straßen durch den Wald und Strecken entlang von Wäldern und unübersichtlichen Feldrändern sind besonders unfallträchtig. In Rheinland-Pfalz kam es im Jahr 2019 zu 24 838 Wildunfällen. Im Vergleich zu 2018 stieg damit die Zahl von Verkehrsunfällen mit Wildtieren um etwa 6 %. Mehr als 60 % der Wildunfälle ereigneten sich in der Nordhälfte von Rheinland-Pfalz. Im Jagdjahr 2018/2019 fanden rund 10 000 Rehe durch den Straßenverkehr den Tod. Keine andere Wildart kommt so häufig unter die Räder.

Ein Hauptgrund für Wildunfälle ist die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege. Auch deswegen fordert der LJV den Ausbau von Wildtierkorridoren und Querungshilfen.

Wildunfälle sind nicht zu unterschätzen

Autofahrer können mit dem richtigen Verhalten selbst Wildunfälle vermeiden. Die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen, ist die wichtigste Regel. Denn wer mit 80 statt mit 100 km/h unterwegs ist, hat bereits einen 25 m kürzeren Bremsweg. Bei einem Crash mit einem 80 kg schweren Wildschwein bei 60 km/h wirkt ein Aufprallgewicht von 3,5 Tonnen auf das Fahrzeug ein.

Überquert ein Wildtier die Straße, sollte der Fahrer das Licht abblenden, hupen und bremsen – keinesfalls versuchen auszuweichen, denn die Folgen könnten schwerwiegender sein. Ist es zum Crash gekommen, gilt es, Ruhe zu bewahren, die Unfallstelle zu sichern und die Polizei zu rufen. Ist das Wildtier noch am Leben, verständigen die Ordnungshüter den zuständigen Jäger, damit dieser das Tier von seinen Leiden erlöst. Keinesfalls darf ein verendetes Tier in das eigene Auto „eingepackt“ werden, denn das wäre Jagdwilderei.

Was ist nach einem Wildunfall zu tun

Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und Polizei rufen.

Achtung Infektionsgefahr: tote Tiere mit Handschuhen anfassen.

Abstand halten zu lebenden Tieren.

Wichtig: das angefahrene Wild darf vom Unfallort nicht entfernt werden, sonst droht eine Anzeige wegen Wilderei. Das kann eine Strafe nach sich ziehen.

Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.

Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.-red-

Weitere Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Wildunfall gibt's auf www.ljv-rlp.de.

Mülheim-Kärlich AW vom Samstag, 7. November 2020, Seite 1 (5 Views)

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