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Schlag auf Schlag

Der Senkrechtstarter Max Schmitt ist eines der größten Golftalente Deutschlands

REGION. -edb- Max Schmitt gehört zu den ganz großen Nachwuchstalenten im Golfsport. In seiner ersten Saison als European Tour Mitglied war er 2019 der Jüngste unter den Profis. „Schon ein merkwürdiges Gefühl“, meint der 22-Jährige, der mit einem Handicap von +6,6 – zu diesem Zeitpunkt das Beste, das ein deutscher Amateur jemals erreicht hat – Anfang 2018 ins Profilager wechselte.

Nach einem herausragenden Start als geteilter 7. bei seinem European Tour Debut in Mauritius verlief die restliche Saison – wie er selbst sagt – etwas holpriger. Klick gemacht habe es zwischendurch im Mai 2019 kurz vor dem Turnier „Made in Denmark“, bei dem er mit dem vierten Platz seine bisher beste Platzierung erreicht hat. „Da habe ich mein Gefühl beim kurzen Spiel, insbesondere Putten, wiedergefunden“, so der nachdenkliche junge Mann, der es geschafft hat, innerhalb von zwei Jahren zeitweise über 30 Kilo abzuspecken. Jetzt ist er bei circa 70 Kilo angelangt und will wieder zulegen. „Aber nur an Muskelmasse“, meint er lachend. „Eine Meisterleistung, fast ein Wunder, dass seine Schwungwerte darunter so gut wie gar nicht gelitten haben“, merkt sein Manager Sebastian Orth (37) an. Angesagt sind jetzt Krafttraining und Ernährungsberatung. „Golfsport ist und wird immer athletischer“, so Orth weiter. Eine gute Fitness und ein gesundes Körperbewusstsein seien wesentliche Voraussetzungen dafür, gut im Profisport mithalten zu können.

Doch Golfen hat weniger mit Kraft als vielmehr mit Technik zu tun. Und die ist bei Max bis ins Kleinste ausgefeilt. Seine Stärke: ein sehr hoher Eintreffwinkel (Attack Angle), den er mit seinem Driver mit extrem wenig Loft, einer Schrägflächenneigung von nur 7,5 Grad, spielt. Damit kommt er auf eine Schlägerkopfgeschwindigkeit von über 180 km/h. Seine Schwäche: Jeden Putt aus vier bis sechs Metern lochen zu wollen. „Dabei lasse ich noch die meisten Schläge“, meint er und sein Manager fügt hinzu: „Eine wirkliche Schwäche ist das nicht, sein Anspruch ist nur sehr, sehr hoch.“

Ebenso entscheidend, wenn nicht sogar noch bedeutender, ist für jeden Golfer die mentale Verfassung. „Was passiert zwischen den beiden Ohren?“, formuliert es Orth salopp und meint damit die enorme Disziplin und mentale Anstrengung, denen jeder Profigolfer vor dem nächsten Schlag ausgesetzt ist. „Man ist sich weitestgehend selbst überlassen und hat so viel Zeit, darüber nachzudenken, was passiert“, wirft Max ein. „Es reicht ja nicht aus, 17 Loch gut zu spielen. Das 18. muss auch gut sein.“

Mit dem ersten Jahr in der höchsten Europäischen Liga sind Max und sein Manager Sebastian durchaus zufrieden. Max hat es auf Platz 129 im sogenannten Race to Dubai geschafft, verpasst damit jedoch eine Platzierung unter den Top 110 der Geldrangliste, die eine volle Spielberechtigung für das kommende Jahr erhalten. Das gelingt jedes Jahr nur einer Handvoll der Rookies, wie die Profineulinge genannt werden. Somit startet Max als viertbester Deutscher in einer kleineren Kategorie in die neue European Tour Saison 2020. Sein Ziel: natürlich die volle Spielberechtigung für 2021. Wenn er sich dort auf Dauer etablieren und dann irgendwann für die US PGA-Tour qualifizieren kann, dann hat Max, der jetzt schon eine ganz Großer ist, sich seinen Lebenstraum erfüllt.

Max' Karriere begann im Garten seiner Eltern. „Da aber noch mit Plastikschlägern“, erzählt er lachend. Schon die Großeltern hatten ein Faible für den weißen Sport. Seine Oma spielt auch heute noch im Golfclub Westerwald in Dreifelden. „Meinem damaligen Heimatclub“, wie Max betont. Denn aufgewachsen ist der heutige Andernacher in Hachenburg. Sein jetziger Heimatclub ist der Golfclub Rheinhessen „Hofgut Wißberg St. Johann“. Dort bereitet sich der ambitionierte Sportler gemeinsam mit seinem Trainer Jan Pelz auf die neue Saison vor.

Wer mehr als Dreiviertel des Jahres unterwegs ist, hat fürs Privatleben nicht viel Zeit, schon gar nicht für andere Hobbys. „Tennisspielen ist ab und zu noch drin, aber andere Sportarten muss ich wegen der großen Verletzungsgefahr meiden“, sagt der leidenschaftliche Skifahrer bedauernd. Weil sein Herz aber für den „teilweise in Deutschland unterschätzten“ Golfsport schlägt, setzt er sich für die Förderung der Jugendarbeit ein. Seit 2020 ist er Botschafter für die „Regionale Stiftung für Jugend und Sport“, die der Sportmediziner Dr. Peter Billigmann vor 10 Jahren ins Leben gerufen hat. Dort wächst auch schon das nächste junge Golftalent heran: die 12-jährige Nina Hölzenbein vom GC Cochem, die mit insgesamt 170 Schlägen ihren ersten Titel in der Damenklasse geholt hat.

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Westerwald-Post AW vom Samstag, 1. August 2020, Seite 3 (17 Views)

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