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Von der Wetterseite zum Designobjekt

Natur trotzt perfekt den Naturgewalten: Warum Profis moderne Fassaden in der Region mit Schiefer gestalten

REGION. Klimaschutz und Nachhaltigkeit, Ökonomie und Ökologie stehen bei einem Neubau oder einer Sanierung immer häufiger im Fokus. Wir stellen Beispiele und Bauherren vor.

Wenn Profis für sich selbst planen, dann bauen sie auf langjährige Erfahrung. Das ist bei Björn und Maik Fischer aus Gehlert im Westerwald ganz sicher der Fall. Die Familie stellt Landes-, Vize- und Weltmeister im Dachdeckerhandwerk – und alle wissen aus erster Hand, was Wind und Wetter an Dach und Fassade anrichten können. „Extreme Böen und heftiger Schlagregen haben in den vergangenen Jahren enorm zugenommen, die Schäden an den meist beanspruchten Bauteilen vieler Gebäude auch“, sagt Björn Fischer mit Blick auf die Wettereskapaden. Deshalb setzen die Geschwister bei ihren eigenen Häusern schon seit Jahrzehnten auf Natur: „Alles Schiefer – keine Probleme“, schmunzelt der Fachmann.

Als es um den Neubau der Firmenzentrale ging, waren sich die Fischers schnell einig: Das Haus sollte ein modernes Schmuckstück werden, das sich dennoch harmonisch in das traditionelle Bild der kleinen Westerwaldgemeinde vor den Toren von Hachenburg mit ihren schmucken Fachwerk- und Schieferfassaden einpasst. „Klassisch und gleichzeitig modern, funktionell, großzügig, nachhaltig und langlebig – das wollten wir alles unter einen Hut bringen“, erinnert sich Björn Fischer an die ersten Bauskizzen. Gelungen ist es mit einer Kombination aus Glas, Holz, Metall und Natursteinen. Die mit rechteckigen Schiefern bekleidete Fassade schafft dabei die harmonische Verbindung zwischen dem vorhandenen traditionell verschieferten Altbau und dem Neubau mit seiner klaren geometrischen Linienführung. Das kreative Dachdecker-Duo entschied sich für die lineare wie lebhafte „Dynamische Deckung“. Das geradlinige, aber unregelmäßige Deckbild entsteht durch die Verwendung unterschiedlich breiter Steinformate, erinnert an die Optik eines Schichtmauerwerkes und verändert je nach Tageszeit, Sonnenstand und Klimabedingungen das Farbspektrum: von seidig glänzend im Gegenlicht bis zu tiefdunkel nach einem Regenschauer. Ökologie und Design kombinierten die Bauherren mit aktivem Klimaschutz, denn hinter den Natursteinen verbirgt sich eine vollflächige Hochleistungsdämmung.

Wo die Wand Energie tankt

Waren es früher vor allem die Wetterseiten, die mit klassischen Schiefersteinen im kleinformatigen Bogenschnittformat bekleidet wurden, verknüpfen Bauherren heute mit großformatigen rechteckigen Schiefersteinen hohe Ansprüche an zeitgemäßes Design und dem Wunsch nach dauerhaft geringem Pflegeaufwand der Außenhülle.

Schiefer gilt dabei als besonders robustes wie edles Material für eine gedämmte und hinterlüftete Fassade. Der 450 Millionen Jahre alte spaltbare Naturstein bietet dazu zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten und lässt sich mit verschiedenen Dämmsystemen sowohl beim Neubau als auch bei einer Sanierung kombinieren. Neu ist die Integration von Sonnenstromelementen, die in das junge und günstige Rathscheck Schiefersystem flächenbündig eingebaut werden können.

Das Bausatz-System verbindet sowohl an der Fassade als auch auf dem Dach die natürliche Schönheit eines seidig schimmernden Natursteins mit dauerhaftem Schutz, einfacher Montage, geringem Pflegeaufwand und puristisch-zeitlosem Design. Das innovative Dach- und Fassadensystem – die rechteckigen Schiefersteine werden nur noch in einem Metall-Trägersystem aus Längs- und Querverbindern in Stahlklammern fixiert – gilt als extrem sturmfest und verleiht durch seine klare Linienführung in die Jahre gekommenen Giebel- und Wetterseiten einen frischen wie anspruchsvollen Look. „Auch die Sanierung von Asbestflächen aus den 60er und 70er Jahren ist damit besonders einfach,“ verrät Rathscheck-Geschäftsleiter Frank Rummel. Mit dem patentierten Schiefersystem lassen sich in der Regel mehr als 40 % Arbeits- und Materialkosten gegenüber der klassischen Methode einsparen, zur Auswahl stehen unterschiedliche Steinformate.

Variabel in der Gestaltung

Optisch ähnlich, aber mit noch größeren Steinformaten, sorgt die „Horizontale Deckung“ für ganz besondere Design-Akzente. Bis zu 60 Zentimeter lange und 30 Zentimeter breite Steine werden dabei mit jeweils zwei Edelstahlhaken auf einer Holzlattung befestigt. Besonders elegant wirkt auf großen Flächen die „Symmetrische Deckung“ mit Klammertechnik. Dabei werden die stärkeren und besonders großformatigen Schiefersteine mit sichtbaren Edelstahlklammern in einer Aluminium-Konstruktion verschraubt. Unterschiedliche Formate erlauben zudem eine perfekte Anpassung an unterschiedlichste Gebäude-Geometrien. Wahlweise quadratisch oder rechteckig bietet die modern-zeitlose „Rechteck-Doppeldeckung“ die Möglichkeit verschiedener Befestigungsarten – vollflächig auf einer Holzunterschalung als auch auf einer Lattung über der Dämmung. Bei dieser Variante entsteht automatisch eine hinterlüftete Fassade: Durch einen rund zwei Zentimeter breiten Luftspalt werden sowohl die Dämmeigenschaften im Winter als auch der Wärmeschutz im Sommer noch einmal deutlich erhöht. Kondensat als auch eindringendes Niederschlagswasser können auf natürliche Art durch den Luftstrom kontinuierlich abtransportiert werden. Ein System aus Natursteinen und natürlichen physikalischen Eigenschaften, das auch der Architekt Marc Rennfleisch für die ganz besondere Optik seines eigenen Hauses nutzte: Er ließ Dach und Fassade seines Neubaus optisch anspruchsvoll und nahezu unsichtbar zu einer Einheit verschmelzen. In Kombination mit großen Glasflächen und hellem Holz entstand ein Eigenheim, das durch seine geometrische Linienführung wesentlich bescheidener wirkt als es 200 Quadratmeter Wohnfläche vermuten lassen. -red-

Westerwald-Post Süd AW vom Samstag, 2. November 2019, Seite 15 (42 Views)

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