Lahn-Post C

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Mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Landkreis

DAK-Gesundheitsreport: Fehltage liegen über Landesschnitt / Alkoholsucht größtes Problem

KREIS. Der Krankenstand im Landkreis Limburg-Weilburg ist 2018 deutlich gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte zu.

Mit 4,6 % gab es in der Region einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,3 %). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1000 Arbeitnehmern 46 krankgeschrieben.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Landkreis zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen: Die Fehltage bei den Atemwegserkrankungen stiegen leicht um 4 % an und liegen damit weiter über dem Landesdurchschnitt. Fast jeder fünfte Ausfalltag erfolgte aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Rückenschmerzen und Co. blieben auf dem Niveau des Vorjahres und rangieren auf Platz 1 der wichtigsten Diagnosen in der Region. Die Fehltage bei Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände nahmen ebenfalls leicht um 2 % zu. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt knapp 15 %. Den stärksten Anstieg gab es bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausfalltage um mehr als 82 % an. Mehr Menschen waren auch aufgrund von Verletzungen wie beispielsweise Arbeitsunfällen krankgeschrieben.

„Mit unseren Analysen zum Krankenstand im Landkreis Limburg-Weilburg setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe,“ sagt Miriam Ilzhöfer, Leiterin der DAK-Gesundheit in Limburg.

Große Suchtproblematik

Die DAK-Gesundheit untersuchte, wie viele Erwerbstätige in Hessen mit gravierenden Problemen durch Alkohol, Zigaretten und Computerspiele zu kämpfen haben. Eine repräsentative Befragung von 5600 Beschäftigten und eine Expertenbefragung geben Aufschluss über die Verbreitung und den Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln und Verhaltensweisen. Das Fazit: Hunderttausende hessische Beschäftigte haben ein Suchtproblem. Konkret bedeutet das: 326 000 Arbeitnehmer zeigen einen riskanten Alkoholkonsum – das ist jeder zehnte Beschäftigte. 336 000 Erwerbstätige sind hierzulande zigarettenabhängig. Rund 290 000 Erwerbstätige in Hessen zeigen ein riskantes Nutzungsverhalten in punkto Computerspielsucht.

Laut DAK-Gesundheitsreport 2019 haben Arbeitnehmer in Hessen mit Hinweisen auf eine so genannte Substanzstörung deutlich mehr Fehltage im Job als ihre Kollegen ohne auffällige Probleme. Der Krankenstand der Betroffenen ist mit 7,9 % fast doppelt so hoch. Sie fehlen aber nicht nur im Job, weil sie wegen ihrer Suchtproblematik krankgeschrieben werden. Vielmehr zeigen sich bei ihnen in allen Diagnosegruppen mehr Fehltage. Besonders deutlich ist der Unterschied bei den psychischen Leiden. Hier sind es über viermal so viele Fehltage. Bei Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen sind die Ausfalltage fast doppelt so hoch, bei Atemwegserkrankungen sind es 40 % mehr.

Der Großteil der direkten Krankmeldungen bei Suchtproblemen ist in Hessen auf Alkohol zurückzuführen (75 %). Laut Studie der DAK-Gesundheit haben 10,3 % der Arbeitnehmer hierzulande einen riskanten Alkoholkonsum. Bei Männern beginnt das beispielsweise bei täglich mehr als zwei 0,3 Liter-Gläsern Bier, bei Frauen schon bei einem 0,3 Liter-Glas Bier pro Tag.

Rauchen ist verbreitetste Sucht

Das Rauchen von Zigaretten ist laut DAK-Report in Hessen die verbreitetste Sucht, die auch die Arbeitswelt betrifft. 10 % der Erwerbstätigen sind zigarettenabhängig. Unter den jungen Erwerbstätigen zwischen 18 und 29 Jahren gibt es mit 16,3 % den geringsten Anteil. Bei den 60- bis 65-jährigen Berufstätigen raucht fast jeder Vierte (23,7 %). Etwa jeder zweite Raucher raucht auch während seiner Arbeitszeit, also außerhalb der Arbeitspausen.

Derzeit dampfen rund 6 % der Erwerbstätigen in Hessen E-Zigarette. Raucher von E-Zigaretten greifen oft parallel zur herkömmlichen Zigarette, belegt der DAK-Report. Dampfer finden sich deshalb fast ausschließlich unter Rauchern und Ex-Rauchern.

Lahn-Post C vom Mittwoch, 9. Oktober 2019, Seite 7 (3 Views)

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