Koblenzer Schängel

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Kaiser Napoleon besuchte vor 215 Jahren Koblenz

Gründung des Bürgerhospitals angeordnet

KOBLENZ. -üz- Am 17. September 1804 hatte Koblenz hohen Besuch: Napoleon Bonaparte, Kaiser der Franzosen, besuchte anno dazumal vor 215 Jahren in Begleitung seiner Ehefrau Josephine unsere Stadt. Der von ihm im Jahr zuvor ernannte neue Präfekt Francois Louis Chaban und die Bevölkerung bereiteten dem Monarchen einen glänzenden Empfang.

Von Köln aus, wo sich Napoleon und seine Frau einige Tage aufgehalten hatten, waren beide getrennt nach Koblenz gereist. Josephine traf schon um 10 Uhr hier ein. Ihre Fahrt glich nach der Beschreibung von Hans Bellinghausen einem Triumphzug. Um 17 Uhr kam auch Napoleon. „Die Bevölkerung strömte ihm in Massen über die Moselbrücke entgegen. Präfekt, Maire (Bürgermeister) Eltz, der Munizipalrat (Stadtrat) und die Nationalgarde standen abermals zum Empfang bereit. Mit glänzendem Gefolge hielt der Kaiser seinen Einzug in die festlich geschmückte Stadt“. Am nächsten Tag besuchten beide eine Galavorstellung des Stadttheaters.

Ehe Napoleon Koblenz verließ, traf er noch eine weitreichende Entscheidung: Das ihm geschilderte völlig unzureichende Gesundheitswesen in der Stadt veranlasste ihn zu der Anordnung, ein Hospital zu gründen. Die Einrichtung in der Kastorstraße nahm wenige Tage später, am 1. Oktober 1804, im Gebäude des ehemaligen Franziskaner Klosters ihre segensreiche Tätigkeit auf. Mit dem Hospital begann in der Geschichte der Wohlfahtrspflege in Koblenz eine neue Epoche. Mehr als ein Jahrhundert war das von Napoleon gegründete Bürgerhospital eine segensreiche Einrichtung in der Krankenpflege. 1921 erwarb die Stadt das Gebäude des ehemaligen Kemperhofs in Moselweiß, in das das Hospital verlegt wurde.

Auf den von Napoleon eingesetzten Präfekten Chaban ist auch die Einrichtung einer Pfand-, Leih- und Sparkasse zurückzuführen, die ebenfalls 1804 in Koblenz gegründet wurde. Der Zweck war, die Ausbeutung der Armen durch private Pfandleiher zu verhindern. Den Grundstock des Pfandhauses bildeten Einlagen, die der Präfekt anordnete. Ein Verwaltungsausschuss von drei Mitgliedern, ein Sekretär, ein Einnehmer und zwei Schätzer führten die Geschäfte im ehemaligen Barbarakloster in der Löhrstraße. Es war der Beginn der Sparkasse Koblenz . . .

Koblenzer Schängel vom Mittwoch, 11. September 2019, Seite 5 (24 Views)

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