Westerwaldpost Nord

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Interesse an Biber-Exkursionen weiterhin ungebrochen

NI und Bürger wünschen Infotafeln / Gebiet soll Naturschutzgebiet werden

FREILINGEN. Die Biber-Sonntage des anerkannten Umweltverbandes Naturschutzinitiative (NI) erfreuen sich einer großen Beliebtheit in der Bevölkerung. Auch der fünfte von sechs Biber-Sonntagen war schnell ausgebucht.

Trotz des anfänglichen Regens kamen mehr als 50 Kinder und Erwachsene zusammen, um mehr über diese „Attraktion“ zwischen Freilingen und Wölferlingen zu erfahren. Die Teilnehmer erfuhren von den Ornithologen, Biologen und Naturschützern der NI, Wolfgang Burens, Heide Bollen, Konstantin Müller, Gabriele und Harry Neumann anschaulich und unterstützt durch Bilder die Besonderheiten des beliebten Landschaftsarchitekten.

Viele Arten sind in Folge des Wasseraufstaus hier neu heimisch geworden. Mittlerweile konnten durch die NI mehr 115 Vogelarten nachgewiesen werden. Zu beobachten waren Nil- und Kanadagänse, Reiher- und Tafelenten, Zwergtaucher und Blässhühner mit Jungen sowie zahlreiche Stockenten und Singvögel.

Viele der Tiere befinden sich in der ausgehenden Aufzuchtphase. Es kam zu einem regen Austausch über die vorkommende Vielfalt in dem von dem ausgesprochenen Nützling „Biber“ geschaffenen Biotop. Man war sich einig, dass Informationstafeln an diesem Ort entlang des Westerwaldsteigs gut wären, um auf die Besonderheit entlang des Weges aufmerksam zu machen. Die Naturschutzinitiative (NI) hatte sich bereit erklärt, die Informationstafeln zu finanzieren und aufzustellen. Sie wird diesbezüglich nochmals an die Ortsgemeinde herantreten.

Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI, betonte nochmals die „Meisterleistung“ des größten europäischen Nagetieres. Auf natürliche Weise sei hier ein wertvolles Kleinod voller Artenvielfalt und Lebensräumen geschaffen worden, für das in manchen EU-Life-Projekten Millionen Euro ausgegeben werden müssten. Der Biotopbaumeister, so Neumann, leiste außerdem einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz. „Dadurch, dass der Wasserabfluss verzögert wird, kommt es im folgenden Bachlauf nicht zu Überschwemmungen. Auch Niedrigwasserstände treten in viel kürzeren Zeiten auf.“ Die SGD Nord sollte nun endlich aktiv werden, um das Gebiet als Naturschutzgebiet auszuweisen, zumal das letzte Naturschutzgebiet im Westerwald bereits vor elf Jahren ausgewiesen wurde, waren sich alle Teilnehmer einig.

Davon, dass der Biberdamm stabil ist, konnten sich alle Teilnehmer überzeugen. Aus den Weiden und Ästen sind bereits neue Wurzeln und Zweige ausgetrieben, die den sowieso stabilen Damm weiter verfestigen. „Wir würden es daher begrüßen, wenn es im Rahmen eines Artenschutzprojektes zu einer Wiederansiedlung des Bibers kommen würde. Denn nach derzeitiger Einschätzung scheint es sich hier nur um ein Einzeltier zu handeln, das aus der Münsteraner Population stammt,“ so Heide Bollen von der NI.

Der nächste Biber-Sonntag findet am 1. September von 11 bis 13 Uhr statt. Diese Führung beleuchtet neben dem Biber die ausgehende Aufzuchtphase und frühe Zugzeit der dort vorkommenden Vögel. Mit etwas Glück können die Teilnehmer dann die hier rastenden Limikolen (Watvögel) wie Bekassine, Rotschenkel oder Wasserläufer beobachten.

Eine Anmeldung ist erforderlich unter anmeldung@ naturschutz-initiative.de.

Westerwaldpost Nord vom Mittwoch, 7. August 2019, Seite 1 (166 Views)

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