Rhein-Wied Kurier

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Ein neues (altes) Wahrzeichen

Rekonstruierter Trink-dich-gesund-Brunnen in Bad Hönningen eingeweiht

BAD HÖNNINGEN. Einst war er eines der Wahrzeichen von Bad Hönningen: der Trink-dich-gesund-Brunnen. Er stand bis in die Mitte der 1980er Jahre vor dem damaligen Badehaus. Dieses und der Brunnen mussten dann der Innerortssanierung weichen. Die einzelnen Bauteile wurden im städtischen Bauhof eingelagert und gerieten in Vergessenheit – bis der Festausschuss der 1000-Jahrfeier zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, nämlich zu einer Sitzung in der „Alten Feuerwache“. Dort fielen die Blicke auf ein altes Foto des Trink-dich-gesund-Brunnens.

Und da es gerade um das Thema ging, was mit den möglichen Spenden aus dem Festjahr gemacht werden sollte, entwickelte sich rund um den mittlerweile verstorbenen Festausschusssprecher Reiner Pertzborn die Idee, den Brunnen wieder neu aufzubauen. Zügig wurden die ersten Schritte geplant und schnell ließ sich auch die Standortfrage klären, nämlich auf städtischem Grund und Boden direkt gegenüber des Stadtweingutes und der Tourist-Info.

Auf dem Bauhof war lediglich noch der Schriftzug des Brunnens in Fragmenten vorhanden, der Rest musste rekonstruiert werden. Als das Vorhaben bekannt wurde, erhielt der Festausschuss schnell verschiedene Unterstützungen für den Wiederaufbau; unter anderem eine zweckgebundene Spende von Andrea Hecke-Esch, die seinerzeit federführend das „Packlädchen“ betreute. Über die guten Kontakte von Oliver Kraus aus der Lenkungsgruppe der 1000-Jahrfeier erfuhr das Projekt eine große Unterstützung durch eine Bad Hönniger Firma, die einen Teil des benötigten Materials beisteuerte. So wurden beispielsweise die Hähne für den Brunnen dort gefertigt und schließlich und endlich durch den Schirmherren der 1000-Jahrfeier, Konrad Hecken, montiert. Oliver Kraus gewann auch eine Firma aus Vettelschoß, die sich spontan bereit erklärte, die Rekonstruktions- und Aufbauarbeiten kostenfrei durchzuführen.

Einen kleinen Makel hat der alte neue Brunnen jedoch. Es fließt kein Wasser, denn die Umsetzung der bestehenden Trinkwasserverordnung war nicht möglich. Dafür wurden aber im Wasserbecken entsprechend Blumen gepflanzt. Die Patenschaft dafür übernahm Roswitha Wagner. Pünktlich zum Festwochenende waren die Arbeiten rund um den Trink-dich-gesund-Brunnen abgeschlossen und wurde zwischenzeitlich offiziell seiner Bestimmung übergeben. In seiner Dankesrede betonte der Festausschusssprecher Fred Wrane, dass mit dem Brunnen der Bevölkerung etwas zurückgegeben wird – ein Stück Heimatgeschichte, ein altes neues Wahrzeichen von Bad Hönningen. Dies ohne jegliche Mittel aus dem städtischen Etat.

Rhein-Wied Kurier vom Mittwoch, 19. Juni 2019, Seite 3 (27 Views)

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