Andernacher Kurier

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Geschlüpfte Küken entdecken und beobachten

Nachwuchs bei den Eulen im Zoo Neuwied

NEUWIED. Auch wenn sie in der Regel nachts aktiv sind und auf die Jagd gehen, kann man die Eulen im Zoo Neuwied tagsüber dennoch gut beobachten. In letzter Zeit aber gab es bei einigen Arten wenig zu entdecken. Die Brutsaison hatte begonnen und die Vögel waren mit Brüten und Versorgen der geschlüpften Küken beschäftigt. So nach und nach zeigen sich nun die ersten Küken und kommen aus den Bruthöhlen heraus.

Die Schleiereulen mit ihrem herzförmigen Gesichtsschleier legen in der Regel vier bis sieben Eier, die etwa einen Monat lang ausgebrütet werden. Dieses Jahr sind bei diesen Eulen drei Küken geschlüpft. Diese bleiben für ca. zwei Monate im Nest und werden von ihren Eltern mit Nahrung versorgt. Schleiereulen sind in ganz Europa verbreitet und jagen fast ausschließlich Mäuse. Sie bevorzugen als Lebensraum offene Landschaften mit geringem Baumbestand, sind aber auch häufig in Siedlungen anzutreffen, z.B. in Kirchtürmen oder Scheunen.

Beim Waldkauz, der häufigsten Eule Deutschlands, schlüpfte Ende Mai ein Küken. Obwohl sein Name anderes vermuten lässt, ist der Waldkauz keinesfalls nur im Wald zu Hause. Er fühlt sich zwar in lichten Laub- und Mischwäldern am wohlsten, aber auch offenere Landschaften und Parkanlagen dienen ihm als Lebensraum. Als Nistplatz nutzen Waldkäuze bevorzugt Baumhöhlen, weichen aber auch auf Felsnischen aus. Sie sind lautlose Jäger der Nacht. Sie sehen und hören besonders gut, was sie zu erfolgreichen Beutegreifern macht. In der Regel legen die Waldkäuze drei bis fünf Eier, die vom Weibchen etwa 28 Tage bebrütet werden. Das Männchen der in Dauerehe lebenden Eulen versorgt das Weibchen während dieser Zeit mit Nahrung. Die Küken bleiben bis zu 35 Tage im Nest und verlassen die Baumhöhle dann, werden aber weiterhin von den Eltern versorgt.

Kleiner als der Waldkauz und wesentlich seltener in Mitteleuropa anzutreffen ist der Steinkauz. Er wird auf der Roten Liste als „Gefährdet“ eingestuft. Diese Eulenart ist auf beweidete Streuobstwiesen und Baumhöhlen angewiesen – beides gibt es bei uns immer weniger. Hinzu kommt, dass Steinkäuze gerne auf dem Boden auf Nahrungssuche gehen und hier schnell zum Opfer von z. B. Katzen werden. In mehreren Regionen Deutschlands gibt es Wiederansiedlungsprojekte, bei denen der Zoo Neuwied mit seinem Nachwuchs mitwirkt. In diesem Jahr sind Anfang Mai drei Küken geschlüpft, die sich bisher auch gut entwickeln. So können weitere Steinkäuze in Deutschland heimisch werden. Übrigens: Die Bezeichnung „Kauz“ ist eine Besonderheit im deutschen Sprachraum, denn in anderen Ländern gibt es kein eigenes Wort für Eulen mit rundem Kopf ohne Federohren – sie werden wie andere Eulenarten allgemein als „Eulen“ bezeichnet.

Andernacher Kurier vom Mittwoch, 19. Juni 2019, Seite 7 (12 Views)

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