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„Seine Wurzeln vergisst man nicht“

Sven Voss ist bei weltweiten Sportevents „zu Hause“ – ohne seine alte Heimat zu vergessen

Driesch / Bad Bertrich. Er ist eines der Gesichter, wenn es um deutsche Sportmoderatoren geht: Sven Voss ist den meisten Fernsehzuschauern wohl aus dem „Aktuellen Sportstudio“ im ZDF sowie von seinen Einsätzen bei Olympia oder der (Frauen)Fußballweltmeisterschaft bekannt. Dass er aus dem Kreis Cochem-Zell stammt, genauer aus der beschaulichen Eifelgemeinde Driesch, wissen nur die Wenigsten. Vor kurzem war der gebürtige Eifeler in seiner ehemaligen Heimat zu Gast. AM WOCHENENDE traf den Journalisten in der Elfenmaar-Klinik Bad Bertrich, wo er eine Verwandte besuchte.

Herr Voss, wie haben Sie es von Driesch nach Mainz-Lerchenberg ins ZDF geschafft?

Sven Voss: „Ich habe damals unter unserem Trainer Ralph Weiler in Treis-Karden Basketball gespielt. Nachdem ich mit dem Zivildienst in Daun fertig war, kam Weiler auf mich zu und fragte, ob ich nicht ein Praktikum bei Kanal 10 in Koblenz machen möchte. Das war praktisch der Anfang meiner Karriere. Zunächst bin ich dort geblieben und bekam das Handwerk von der Pike auf mit. Während meines Studiums in Bonn ging es dann zum WDR bzw. zu 1Live und später dann über ein Casting und etwas Glück zum ZDF. Erst einmal in die Redaktion einer Kindersendung, später dann als Moderator/Reporter vor die Kamera. Als Sportmoderator rückte ich dann beim Bob- und Rodelweltcup im ZDF in den Fokus.“

Was war bisher Ihr persönliches Highlight als Sportmoderator?

Voss: „Ein unvergessliches Event war der Empfang unserer Weltmeister in Berlin 2014 zusammen mit meinem Kollegen Alex Bommes. Die Szenerie war absurd; man steht 500 000 Gesichtern gegenüber und hört seine eigene Stimme durchs Mikrofon widerhallen. Es ist nicht auszumalen mit den Jungs (Anm. der Redaktion: die DFB-Spieler und Trainer) dort auf der Bühne zu stehen und sie als Weltmeister zu begrüßen. Doch auch als Moderator beim Aktuellen Sportstudio genieße ich das Glück, die Bundesliga oder den Sport allgemein präsentieren zu dürfen und die Sportler bzw. die Menschen dahinter kennenzulernen. Dirk Nowitzki war zum Beispiel der Wahnsinn, auch über den Sport hinaus. Auch Christian Streich, aktueller Trainer des Bundesligisten SC Freiburg, war ein super Typ. Ich freue mich auch auf kommende Highlights, wie etwa die Frauen-Fußball-WM in Frankreich. Dort bin ich dann wieder vor Ort.“

Muss man in der Branche nicht auch privat sportbegeistert sein? Zieht sich das Interesse bis in die Freizeit?

Voss: „Mit Sicherheit gehört das dazu. Ich bin Teil des Sportgeschäfts und hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich selbst kein Interesse daran hätte. Man steht ja auch seinen Idolen von früher gegenüber. Ich selbst spiele in Wiesbaden noch Basketball oder gehe im Urlaub Ski fahren. Im Fernsehen schaue ich mir alles an Sport an – egal ob im Free- oder Pay-TV.“

Und doch finden Sie immer wieder den Weg in die Heimat. Was verbindet Sie noch mit unserem Landkreis?

Voss: „Natürlich habe ich den Bezug zur Heimat nicht verloren. Hier lebt meine Familie und auch meine Freunde aus der Schulzeit. Ich bin quasi ein Verfechter unserer Region. Mich zieht es zwar beruflich in die weite Welt, dennoch vergisst man seine Wurzeln eben nicht. Mit meinen Kindern war ich beispielsweise jetzt meine alte Schule in Daun besuchen. Zwar liegt mein Lebensmittelpunkt mittlerweile in Wiesbaden, dennoch komme ich immer wieder hierher. Mit meinen alten Kollegen treffen wir uns einmal im Jahr, grillen und spielen eine Runde Basketball. Vielleicht nicht mehr mit dem Tempo wie früher, allerdings mit demselben Enthusiasmus.“

Was macht Ihrer Meinung nach die Region aus?

Voss: „Die Leute hier haben ein großes Herz und sind meine Konstante in der Region. Man kehrt zurück und es scheint so, als wäre man nie fort gewesen zu sein. Das ist großartig. Ich bin ja schließlich auch einer von ihnen. Sprachliche Eigenheiten wie 'dat' und 'wat' habe ich mir allerdings über die Jahre abgewöhnt.“

Abschließend vielleicht noch die Frage, mit welchem Ort Sie in unserem Landkreis die meisten Erinnerungen teilen?

Voss: „Das wird wohl die Sporthalle in Lutzerath sein, in der ich gefühlt jede Menge Zeit meiner Kindheit und Jugend verbracht habe.“

Die Fragen stellte:

Janek Hoffmann

Cochem-Zell AW vom Samstag, 4. Mai 2019, Seite 1 (90 Views)

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