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Er soll gerufen haben: „Ich bring' dich um“

Anklage wegen versuchten Mordes: Prozess um Überfall auf Cochemer Kneipe hat vor Landgericht Koblenz begonnen

COCHEM / KOBLENZ. -kat- Er habe dem Kneipenwirt eine Lektion erteilen wollen, sagt Viktor A. (Name geändert) vor Gericht und räumt gleichzeitig ein: „Es war vielleicht ein bisschen viel.“ Diese Lektion könnte ihn für viele Jahre hinter Gitter bringen, denn angeklagt ist der 33-Jährige unter anderem wegen versuchten Mordes.

Gleich am ersten Tag des Gerichtsprozesses um den Überfall auf einen Cochemer Kneipenwirt im Oktober 2018 hat der Angeklagte vor dem Landgericht Koblenz ein Geständnis abgelegt. Wenn auch mit ein paar mutmaßlichen Erinnerungslücken, räumte er ein, den Überfall geplant und begangen zu haben.

Der Rumäne, der zu dieser Zeit als Saisonarbeiter in Cochem wohnte, soll am Tattag laut Anklage in seiner Wohnung mehrere Mollotowcocktails aus Nagellackentferner und Speiseöl hergestellt haben. Anschließend machte er sich, zusätzlich mit Teleskopschlagstock und Küchenmesser bewaffnet, zu der Cochemer Kneipe auf, mit deren Wirt offenbar schon seit längerem eine private Fehde bestand. Vorausgegangen sein sollen Streitereien und auch Schlägereien, in deren Verlauf Viktor A. laut seiner Aussage eine Verletzung am Finger erlitten, die ihn arbeitsunfähig machte. Zudem warf der Angeklagte dem Kneipenwirt vor Gericht üble Nachrede vor. So habe dieser behauptet, Viktor A. habe ihm das Portemonnaie gestohlen, was jedoch nicht stimmen würde.

Am 27. Oktober 2018 wollte sich der 33-Jährige dafür offenbar rächen. Gegen 20.20 Uhr betrat er mit einer schwarzen Sturmhaube auf dem Kopf die Cochemer Kneipe, entzündete einen der mitgeführten Molotowcocktails und soll ihn in Richtung des Wirtes geschleudert haben, den er jedoch verfehlte. Laut Anklage soll er dabei gerufen haben „Ich bring dich um“. Der Thekenbereich der Kneipe fing Feuer, der Wirt versuchte zu fliehen. Um ihn daran zu hindern, soll Viktor A. mit dem Schlagstock mehrfach auf das Opfer eingeschlagen haben, traf ihn dabei am Hinterkopf.

Der Wirt konnte dem Angreifer die Maske vom Kopf ziehen und trotz blutender Wunde schließlich fliehen. Zeugen hatten indes Polizei und Feuerwehr zur Hilfe gerufen. Die Sirenen schlugen schließlich auch Viktor A. in die Flucht. Laut eigener Aussage flüchtete er zunächst in seine Wohnung, verließ das Haus jedoch kurze Zeit später wieder. Warum? Die Nachfrage des Staatsanwaltes beantwortete er mit den Worten: „Ich wollte mich umbringen.“ Wie genau das erfolgen sollte, daran erinnere er sich allerdings nicht mehr. Möglich, dass dies auch am Alkoholpegel lag. Die Polizisten, die ihn auf der Moselbrücke aufgriffen und festnahmen, maßen kurze Zeit später einen Promillewert von 1,66.

Der Prozess wird am 14. Mai fortgesetzt.

Cochem-Zell AW vom Samstag, 27. April 2019, Seite 1 (15 Views)

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