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Stadtgeschichte lebendig halten

Verbandsgemeinde Bad Hönningen eröffnet Archiv in der Marienschule

BAD HÖNNINGEN. -mabe- Pünktlich zur 1000-Jahr-Feier konnte das schon seit 1986 bestehende Archiv im alten Werkraum der Marienschule wieder einem interessierten Publikum in neuer Konzeption und Leitung vorgestellt werden. Auf Dutzenden Regalböden lagert dort die historische Stadtgeschichte, Bauanträge, Verordnungen, Akten vom Schiedsgericht und der Justiz bis hin zur Vereinschronik der Junggesellen und der Feuerwehreinsätze der Region.

Viel Arbeit und Herzblut hatte jahrelang der ehemalige geschichtsinteressierte Hausmeister Josef Frömbgen in das Archiv gesteckt. Aber ohne hauptamtlichen Archivar waren die rund 500 Schriftbücher, Chroniken und Aktenordner und Requisiten der Jahrhunderte alten Stadtgeschichte nicht zu ordnen. Was euphorisch 1986 begann, staubte mit den Jahren ohne fachliche, kompetente Verwaltung ein, bis sich 2013 der Kreisarchivar Jochen Brauß um die vielen Dokumente einer lebendigen Stadtgeschichte kümmerte und sich ihrer fachlich annahm.

Anhand eins Findbuches aus der Zeit zwischen 1812 und 1952 über das Bürgermeisteramt Leutesdorf zu Hönningen ist der Reisearchivar, der noch mehrere Archive im Kreis betreut, nun in der Lage, der Bevölkerung die Geschichte ihrer Heimat zugänglich zu machen.

Wer sich erinnert, weiß wer er ist. Deshalb ist es so wichtig, Dinge zu verwahren, um sich in 30 bis 50 oder 100 Jahren zu erinnern, wer wo gelebt und was gemacht hat. Im Archiv lagern Schätze, wie Bauanträge vom Haus der Johanna Löwenherz und solche von der Hönninger Sprudelquelle, Akten des örtlichen Schiedmanns und der Verwaltung aus vergangenen Zeiten. Auch Fotos aus den sechziger Jahren sind kürzlich aufgetaucht. Diese hat der 85-jährige Hobbyarchivar Josef Frömbgen zur Feier des Tages als Geschenk für Jochen Brauß mitgebracht. Einige der Gäste fanden sich auf den Fotos wieder.

Bevor der Kreisarchivar den Festgästen einen Ein- und Ausblick auf die inzwischen digitalisiert und in Findbüchern geordneten Zeugnisse einer wechselvollen Geschichte geben konnte, richteten der Archivar des Landesarchivs René Hanke und die Verbandsgemeindespitze noch ihre Grußworte und Glückwünsche aus. Letzterer rief noch zur Mithilfe der Bevölkerung auf. Speicher- und Kellerfunde in Privathäusern könnten das Stadtarchiv nicht unwesentlich bereichern, um Stadtgeschichte noch lebendiger zu machen.

Alle 14 Tage wird Reisearchivar Brauß, der in Bonn seinen Lebensmittelpunkt hat, nun in Bad Hönningen für die Bevölkerung das Archiv öffnen. Wer also auf der Suche nach den eigenen Wurzeln oder der Geschichte seines Hauses ist, wird unter Anleitung des Archivars möglicherweise fündig. Da ein Stadtarchiv kein Verleih ist, kann man nur vor Ort recherchieren.

Eine weitere gute Adresse was Stadtgeschichte betrifft ist der Hobbyarchivar Josef Frömbgen, dessen jahrelange Sammelleidenschaft für Relikte aus alten Zeiten, noch in vielen Büchern und Kisten in einem privaten Archiv in der Badestadt zu finden sind.

Rhein-Wied Kurier vom Mittwoch, 10. April 2019, Seite 1 (12 Views)

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