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Ein Blick in die Vergangenheit

Güterverzeichnis von 1604 geht an das Archiv der Stadt Hadamar

HADAMAR. Markus Weber aus Niederhadamar schenkt der Stadt ein Verzeichnis, das Blick in drei Jahrhunderte gewährt. Zum großen Glück von Hadamar, so Bürgermeister Michael Ruoff, hat Markus Weber das Verzeichnis dem Archiv übertragen und somit kann bewahrt werden, was in der Vergangenheit vielfach achtlos entsorgt wurde.

Bei diesem Buch handelt es sich um das älteste schriftliche Zeugnis der Fürstenstadt. Es wurde 1604 als „Verzeichnis aller meiner, mir von Vatter und Mutter seligen uffererbte Guetter“ in Hadamar angelegt. Hartmut Kuhl hat sich inzwischen intensiv mit der Lektüre befasst.

Der Hobby-Historiker und ehrenamtliche Archivar der Stadt berichtet von aufgelisteten Grundstücken, die in Fluren wie „Grünbornfeld“, „Heuferfeldt“ oder „Wendelinusfeld“ zusammengefasst sind und alle in der Gemarkung Niederhadamar liegen. Die Lage und Größe der Parzellen wird durch die genannten Nachbarn umrissen. Aus den Aufzeichnungen ist zu schließen, so Kuhl, „dass es sich um einen umfangreichen, jedoch kleinparzellierten Besitz handelt“.

Markus Weber, der jetzt das Buch der Stadt geschenkt hat, berichtet über den Weg des Buches, das neben dem 30-jährigen Krieg auch zwei Weltkriege überstanden hat. Georg Roos, Webers Großvater, hatte im Jahr 1916, als Zwölfjähriger, das Buch auf dem Dachboden seines Elternhauses, dem ehemaligen Stephanshaus, an der Mainzer Landstraße zwischen zwei Dachsparren gefunden. Kurz danach verschwand das Buch nach Berlin. Dorthin hatte es die ältere Schwester von Georg Roos bei ihrer Heirat mitgenommen. In deren Haushalt, in Ost-Berlin, blieb das Buch bis der Sohn der Schwester 1986, im Rentenalter, die DDR in Richtung Hadamar verließ und das Buch im Gepäck hatte.

Die Eltern von Markus Weber nahmen das Buch in Empfang und bewahrten es die vergangenen 30 Jahre auf, bis der Sohn es übernahm und nun der Stadt schenkte. Im Verlauf der Aufzeichnungen auf 75 Seiten, aus der Zeit vom 17. bis 19. Jahrhundert, ergibt sich „ein Einblick in die dörflichen Verhältnisse Niederhadamars“ in dieser Zeit, so Hartmut Kuhl.

Mit der Übergabe des Buches an die Stadt habe Markus Weber große Heimatverbundenheit bewiesen und dafür gebühre ihm großer Dank, betonte Bürgermeister Michael Ruoff.

Lahn-Post D AW vom Samstag, 16. Februar 2019, Seite 1 (23 Views)

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