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Ein Frosch aus Überzeugung setzt sich ein

Bernd Müller ist der neue Vorsitzende des TuS Linter und hat viele neue Ideen für den 121 Jahre alten Verein

-von Johannes Koenig-

LINTER. Ein Frosch rettet den TuS Linter: Nachdem es im Mai noch danach aussah, als würde die Geschichte des 1897 gegründeten Vereins nach 121 Jahren zu Ende gehen, scheint die Zukunft erst einmal gesichert zu sein. Was aber war eigentlich passiert?

„Auf der Jahreshauptversammlung im Mai war der Vorstand zurückgetreten“, erzählt der neue Vorsitzende Bernd Müller beim Gespräch im Vereinsheim des TuS im Erdgeschoss des Linterer Bürgerhauses.

Und obwohl der Rücktritt erwartet worden war, fanden sich damals auf der Versammlung nur zwei neue Kandidaten: Willi Göhl (Wirtschaft) und Miro Dechent (Sport). Außerdem erklärten sich mit dem Kassierer Werner Huber und Ute Sawall (Verwaltung) zwei Alt-Vorstandsmitglieder bereit, zunächst kommissarisch weiterzumachen.

„Vorsitzender wollte aber keiner werden“, erinnert sich Müller. Ohne einen Vorsitzenden ist der Vorstand aber nicht geschäftsfähig, und ohne einen Vorstand gibt es keinen Verein. Ein Szenario, das aber offenbar kaum jemanden wirklich interessierte. Denn trotz des möglichen Aus für den TuS kamen nur um die 30 der insgesamt 531 Mitglieder.

Bereits damals wurde Bernd Müller gefragt, ob er nicht Vorsitzender werde wolle. Schließlich ist er beim Verein kein Unbekannter: So trainiert der 49-jährige IT-Spezialist die Fußball-C-Jugend des Vereins. 1996/97 hatte er außerdem mit den Senioren die Meisterschaft und den Aufstieg in die Kreisliga A mitgemacht. Dennoch lehnte er erst einmal ab. Stattdessen sollte noch knapp ein halbes Jahr bis zur Zusage verstreichen. Gewählt wurde er im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im November. Und auch da wurden nur rund 30 Teilnehmer gesichtet. Wer aber ist eigentlich Bernd Müller? Er sei ein „Linterer Frosch“ outet er sich mit Verweis auf das Wappentier des Dorfes als Alt-Linterer. Also jemand, der mit dem Verein aufgewachsen ist, auch in der Feuerwehr aktiv war und dessen Vater Klaus die schmucke Anlage des Rassegeflügelzuchtvereins mit aufgebaut hat. Und obwohl er 1998 aus beruflichen Gründen den Ort für einige Jahre verließ und unter anderem sechseinhalb Jahre in Australien arbeitete, lebt er nun zusammen mit seiner Familie wieder in Linter.

„Der TuS wird oft auf den Fußball reduziert. Dabei haben wir auch andere Sportarten“, weiß Bernd Müller. So ist seine Frau zum Beispiel im Zumbakurs aktiv, während die Tochter tanzt. Nichtsdestotrotz ist man beim Verein momentan besonders stolz auf den Erfolg der Minikicker: „Dort ist die Zahl der Aktiven konstant hoch. Wir hatten am Anfang gedacht, dass das Interesse bald abnimmt. Das ist aber nicht passiert.“ Es gibt viele neue Ideen, die Bernd Müller in Zukunft umsetzen möchte. Dazu zählen auch Weiterqualifizierungen für Betreuer und Trainer. „Je nach Alter stellen Jugendliche verschiedene Anforderungen ans Training“, weiß Müller. Früher hat man gesagt: Geh auf den Platz und lauf eine Runde. Heute weiß man, dass es viel besser ist, wenn sie einen Ball dazu nehmen. Ein Wissen, dass sich auch die Betreuer aneignen sollten.

Offen sind momentan noch die Planungen zur Gestaltung eines Kunstrasenplatzes. Denn rund ein halbes Jahr ging durch die vorstandslose Zeit verloren. Nun gilt es, sich zu sputen: Bedarfe müssen geklärt, Pläne ausgearbeitet und Angebote eingeholt werden. Erst wenn die Planung steht, kann auch über die Höhe der Zuschüsse gesprochen werden. „Da sollte die Planung am besten noch im Laufe des Frühjahrs stehen“, weiß der Vorsitzende. Zu klären ist, ob der große Rasenplatz oder doch der kleinere benachbarte Hartplatz umgebaut werden sollen. Nötig hätten es wohl beide: „Der Rasenplatz sieht super aus, ist aber ganz schlecht bespielbar.“ Diverse Unebenheiten verhindern nicht nur ein genaues Passspiel, sondern sorgen auch für eine erhöhte Unfallgefahr.

Die Zukunft des TuS ist aber mittelfristig erst einmal gesichert – oder? Seine zweijährige Amtszeit wolle er erfüllen, versichert Bernd Müller und auch gegenüber einer weiteren Fortsetzung scheint er nicht abgeneigt: „Viele haben spontan ihre Unterstützung zugesagt, darunter auch viele Gleichaltrige.“ So besteht die Hoffnung, dass der TuS mit einer Generation neuer Aktiver, auch in den kommenden Jahren erfolgreich ist.

Lahn-Post D AW vom Samstag, 9. Februar 2019, Seite 6 (2 Views)

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