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Ein ungewöhnliches Projekt

Denkmal der grauen Busse wird am Samstag verabschiedet

HADAMAR. Für acht Monate stand das Denkmal der grauen Busse vor dem Schloss in Hadamar. Die Künstler Horst Hoheisel und Andres Knitz schufen es 2006 als „mobiles“ Denkmal. Seitdem hat der graue Bus in achtzehn Städten in Deutschland und Polen Station gemacht. Die Verabschiedung des Denkmals findet am Samstag, 26. Januar (12 Uhr), am Schlossplatz in Hadamar statt.

Das Denkmal steht für die Transportmittel, die ab 1940 Patienten im Rahmen der NS-Euthanasie-Verbrechen in den Tod fuhren. Am 28. Mai 2018 kam es von Frankfurt nach Hadamar. Es war das erste Mal, dass es einen direkten Verlegungsweg markierte. 437 Patienten sind, nach heutigem Stand, direkt von Frankfurt nach Hadamar verbracht und dort am Ankunftstag ermordet worden.

Es war zunächst keine leichte Entscheidung das Denkmal nach Hadamar zu holen. Doch die ersten Ideen bekamen rasch Struktur, so dass eine Kooperation zwischen der Stadt, der Gedenkstätte Hadamar und dem Verein zur Förderung der Gedenkstätte es ermöglichte, eine große Mehrheit im Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung für das Aufstellen des Denkmals zu erlangen. Der prominente Standort fand zunächst nicht nur Zustimmung. Doch am Ende dieser acht Monate hat sich das Stimmungsbild in der Stadt sehr gewandelt. Inzwischen wird das Denkmal fast als Wahrzeichen empfunden.

Für den Erfolg spielten mehre Faktoren eine Rolle: Es gab über den Zeitraum von Mai bis Januar ein komplexes Rahmenprogramm mit einer Theaterperformance zur Begrüßung, wissenschaftlichen Vorträgen, die inhaltlich aufeinander aufbauten, einer Autorenlesung, erstmals in Hadamar einem Open-Air Klezmer-Konzert und einer Theateraufführung von Schülerinnen der St. Blasius-Schule in Frickhofen.

Hinzu kam, dass von Seiten der Gedenkstätte die angemeldeten Besuchsgruppen den Rundgang durch die Gedenkstätte am Denkmal begannen. Dies hatte dann auch zur Folge, dass täglich größere Gruppen dort anzutreffen waren, was wiederum dazu führte, dass auch andere Passanten aufmerksam wurden. In den acht Monaten wurden durch die Gruppen in der Gedenkstätte ca. 7000 Personen an das Denkmal geführt. An dem Rahmenprogramm nahmen ca. 450 Personen teil.

Möglich wurde das Projekt auch durch die große finanzielle Unterstützung vieler Sponsoren. Es war das erste Mal in der 35-jährigen Geschichte der Gedenkstätte Hadamar, dass es ein solch großes und erfolgreiches Kooperationsprojekt gab.Foto: Müller

Lahn-Post D vom Mittwoch, 23. Januar 2019, Seite 6 (53 Views)

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