Koblenzer Schängel

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Veränderte Beratung seit Flüchtlingskrise

Solwodi baut Rückkehrprogramm aus

BOPPARD. Die Beratungstätigkeit der in Boppard ansässigen Frauenrechtsorganisation Solwodi hat sich seit der Flüchtlingskrise stark gewandelt. Alle 18 Solwodi-Beratungsstellen betreuen vermehrt Flüchtlingsfrauen.

Vor allem in den Beratungsstellen in Bayern und Rheinland-Pfalz sind mittlerweile mehr als 50 % der Beratungen sogenannte Dublin-Fälle. Die Klientinnen sind oftmals Opfer von Menschenhandel und haben Asyl beantragt. Ihnen droht, in letzter Zeit vermehrt, eine Abschiebung ins Heimatland oder in die Erstaufnahmeländer, überwiegend Italien, Frankreich, Spanien. Seit Beginn der Flüchtlingskrise ist Italien jedoch Kernzentrum des Menschenhandels. Die Frauen werden bereits in ihren Heimatländern oder auf der Flucht Opfer von Menschenhändlern, die sie nach Italien bringen. Dort werden sie der Prostitution zugeführt oder ins Ausland verkauft, überwiegend nach Deutschland. Werden sie von Deutschland aus wieder nach Italien abgeschoben, geraten die Frauen erneut in die Fänge der Menschenhändler, die durch ein gut funktionierendes Netzwerk ihre Opfer leicht wiederfinden.

Eine interne Solwodi-Auswertung zum Jahresende 2018 zeigt deutlich, dass auch die gravierenden Missstände der Asylpolitik Auswirkungen auf die Beratungstätigkeit haben. Die steigende Zahl der Menschenhandelsopfer kann nur noch schwer identifiziert werden. Die Solwodi-Beratungsstellen wissen oft nicht, wohin abgeschoben wird. Es bleibt ihnen kaum eine Möglichkeit, nach der Abschiebung zu helfen oder an Hilfsorganisationen vor Ort zu vermitteln.

Um Frauen, die zurückkehren, effektiv helfen zu können, hat Solwodi sein Rückkehrprogramm personell und strukturell ausgebaut. Das seit 1992 existierende Programm ermöglicht Migrantinnen aus Entwicklungsländern, mittel- und osteuropäischen Staaten eine Rückkehr in Würde. Durch individuell angepasste Beratung, Orientierungs- und Überbrückungshilfen sowie berufliche Fördermaßnahmen soll eine berufliche und soziale Wiedereingliederung in den Heimatländern ermöglicht werden.

Koblenzer Schängel vom Mittwoch, 5. Dezember 2018, Seite 16 (10 Views)

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