Westerwald-Post Süd AW

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Wiesen, Wasser & winterliche Weitblicke

Auf der Iserbachschleife in zwei Etappen zu neuen Höhepunkten über dem Neuwieder Becken

Schmale Waldpfade, beeindruckende Panoramablicke, idyllische Bachtäler und zwei historische Bauwerke: Auf der bestens ausgeschilderten Iserbachschleife lernt der Wanderer die ganze Vielfalt des Westerwalds kennen. Für eine Herbst-/Wintertour lässt sich die Iserbachschleife ideal in Nord- und Südschleife aufteilen.

Wir starten gegenüber der Thalhauser Mühle (P1), wo eine kleine Treppe in den Wald führt. Nach wenigen Metern geht es nach links Richtung Isenburg. Ein schmaler, etwas abenteuerlich wirkender Pfad leitet durch eine dichte Fichtenschonung. Hier sollten Wanderer wegen der vielen Wurzeln, die aus dem Boden starren, die Augen offen halten. Nach einem kurzen Anstieg wird der Weg breiter und führt hügelabwärts am Iserbach entlang. Dann geht es eine längere, mittelschwere Strecke bergan, immer am Hang des tief eingeschnittenen Bachtals vorbei.

Hohe Fichten grüßen den Wanderer, allerorten eröffnen sich vor allem zu dieser Jahreszeit feine Blicke ins Tal. Besonders eindrucksvoll sind die Panoramen an der Wolfskehl und am Iserbachblick. Um die Ausblicke zu genießen, sind jeweils kurze, 60 beziehungsweise 90 Meter lange Stichpfade zu bezwingen. Trittsicher sollte man auf jeden Fall sein.

Am Ende des Höhenpfads erreichen wir nach drei Kilometern einen schönen, mit Ruhebänken ausgestatteten Aussichtspunkt. Über die perfekt bebilderte Panoramakarte fällt der Blick auf die nahe, erstmals 1103 erwähnte Isenburg (P2), auf Caan, Schloss Sayneck und den Pfahlberg. Vom Rastplatz geht es steil bergab auf einem Hohlweg nach Isenburg. Durch das Burgtor und die 1993 restaurierte Schildpforte, deren Ursprung im 14. Jahrhundert liegt, erreicht man den Ort, über dem die Pfarrkirche St. Katharina und die Burgruine thronen.

Am idyllischen Dorfplatz vorbei marschieren wir Richtung Hauptstraße, dort biegen wir rechts ab und folgen nur wenige Meter der viel befahrenen Straße. Und dann wird es anstrengend: Ein steiler Pfad windet sich durch den Buchenwald und eröffnet schöne Blicke auf die Burgruine wenn man ab und zu nach hinten schaut. Rechts türmen sich Schieferfelsformationen, an einer Felsentreppe verblüfft ein plötzlich aufragendes großes Kreuz den Wanderer, der wenig später auf ein Plateau kommt, das von der Ruine der 1441 errichteten, 1788 aufgegebenen Hausenborn-Kapelle (P3) eingenommen wird – bis heute auch ein beliebtes Pilgerziel: Viele stecken Dank und Wünsche auf kleinen Zetteln in die Mauerritzen.

Hinter Hausenborn geht es ein kurzes Stück bergan, dann wird es auf ebenen, teils sogar leicht abfallenden Wegen deutlich gemütlicher. Der Wanderer überquert eine kleine Holzbrücke über den Steinebach. Nach einer Rechts-links-Kombination führt der Weg am Waldrand entlang, die ersten Äcker grüßen, Meinborn und Anhausen geraten in den Blick. Wir genießen die Weitsicht auf die Montabaurer Höhe mit Köppel und Alarmstange.

Wer gut konditioniert ist, nimmt in Anhausen direkt noch die Nordschleife in Angriff. Wer sich nach Feierabend sehnt, begibt sich auf den markierten 3,2 Kilometer langen Zuweg zurück zur Thalhauser Mühle.

Auf der Norschleife – alternativer Startpunkt für die Runde ist Anhausen – passieren wir die evangelische Kirche (P4) mit ihrem wuchtigen, wohl 1000 Jahre alten Westturm. Im Zickzack, mal bergauf, mal bergab geht es durch kleine Waldstücke, über offene Felder und duftende Wiesen in Richtung Rüscheid. Von der hölzernen Aussichtsplattform (P5) hat man bei klarer Sicht einen Blick bis in den 70 Kilometer entfernten Taunus. Auf, etwas in die Länge gezogenen, Schleifen passieren wir das sehenswerte Iserbachfenster ein großer Holzrahmen, durch den der Blick ins Tal und auf die am Horizont sichtbaren Höhenzüge fällt. Kurz vor dem Abzweig nach Urbach/Puderbach überqueren wir mit aller Vorsicht die stark frequentierte Straße, bevor es über teils urwüchsige Pfade durch die hügelige Wald- und Wiesenlandschaft und entlang von Fischweihern zurück zur Thalhauser Mühle geht.

Fazit: Eine schöne Tour durch die Natur an sonnigen Tagen – bequem teilbar in zwei Abschnitte. Festes Schuhwerk und Stöcke sind notwendig – insbesondere in der herbstlich-winterlichen Jahreszeit, da einige steilere Abschnitte rutschig sein können.

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Westerwald-Post Süd AW vom Samstag, 24. November 2018, Seite 11 (475 Views)

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