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Koblenz und Austin zusammenbringen

Thanksgiving feiern mit einem echt Texaner / Die Städtepartnerschaft mit Austin macht es möglich

-von Birgit Piehler-

KOBLENZ. Städtepartnerschaft ist nicht nur das, über was am Stadteingang hinter dem Ortsschild informiert wird oder in der Lokalzeitung als Mitteilung über den Besuch von Delegationen gehandelt wird.

Dass eine Städtepartnerschaft und die Aktivitäten der damit verbundenen Vereine ein lebendiger Austausch zwischen zwei weit entfernten Ländern und kulturellen Begriffen auf vielen Ebenen sein kann, das zeigt die „Partnerschaft Koblenz-Austin/ Tx.“.

Bereits 1991 entstand aus privater Initiative heraus die Idee, die beiden Städte Koblenz und Austin durch eine Partnerschaft zu verbinden. Das zog neben einem regelmäßigen Schulaustauschprogramm die Kontakte von Privatpersonen, Vertretern aus Kunst, Handwerk, Wirtschaft, Politik und Bildung nach sich, die sich vernetzten und zu vielen aktiv gepflegten Verbindungen führten.

Heute ist „Partnerschaft Koblenz–Austin“ mehr als nur ein Verein. Er möchte nicht nur seine Begeisterung zur Sache vermitteln, sondern auch die Übermittlung von Kultur und Wissen über „Die da drüben“ als Aufgabe wahrnehmen.

In Zeiten der Globalisierung und Annäherung gleicht sich zwar Vieles zunehmend an, aber schaut man genauer hin, so „gibt es viele Unterschiede“, sagt Christian Schmitz, zweiter Vorsitzender des Vereins. Die Denkweise, die Alltäglichkeiten, die Abläufe – Vieles sei anders geregelt. „Auf jeden Fall kommen alle, die die Stadt besucht haben, beeindruckt und begeistert wieder zurück“, bestätigt Michael Wolf, Vorsitzender des Vereins.

Ist man in dieses Miteinander erst einmal involviert, so lässt es einen nicht wieder los. Zum Teil über Generationen nicht: „Wir haben Familien, die schicken inzwischen ihre Kinder nach Texas in die Familien, wo sie einst als Jugendliche zu Gast waren“ sagt Schmitz.

Viele Gemeinsamkeiten

„Wir haben noch viele Ideen und wollen die Kontakte gerne noch ausbauen“, ergänzt Wolf. Auf die Frage, was die beiden Vorsitzenden als Besonderheiten und Gemeinsamkeiten der Partnerstädte Austin und Koblenz beschreiben würden, fällt spontan einiges ein. „Beide liegen an einem Fluss und haben eine Altstadt.“ Auch wenn die amerikanische Stadtgeschichte nicht so alt sein kann wie die einer europäischen Stadt, so vermittelt sie jedoch echtes amerikanisches Ur-Feeling. Vermutlich nicht unbeeinflusst durch die von einem Deutschen ebenfalls im 19. Jahrhundert gegründete Stadt Fredericksburg, die nahe Austin liegt. Mexikanische Einflüssen haben die Stadt ebenfalls geprägt und werden hier politisch entspannt betrachtet, berichten die Vorsitzenden und weisen mit einem Hauch von Ermunterung auf die demokratische Mehrheit beim Wahlergebnis der Stadt im sonst eher republikanischen Texas hin.

Der alte Stadtkern ist der Rahmen für die Stadt Austin als amerikanische Hauptstadt der Live-Musik. „Es gibt hier also nicht nur „Cowboys und Burger“, was man zunächst sofort spontan mit dem Namen Texas verbindet. Vielmehr ist die Stadt Austin eine boomende Stadt, die sich rasant entwickelt“, berichtet Schmitz. Die Stadt am Colorado wächst monatlich um die Anzahl an Zuzüglern, wie sie die Stadt Koblenz jährlich verzeichnen kann. Die Ansiedlung von großen und bekannten Firmen, vor allem aus der Hightech- Branche, hat der Stadt den Beinamen „Silicon Hills“ beschert.

Eine Initiative des Vereins und der Städtepartnerschaft war unter anderem das Gastspiel von Dickie Lee Erwin auf der Festung Ehrenbreitstein Anfang August, bei dem der in der Musikszene Austins bekannte Songwriter, Sänger, Gitarrist und Banjo-Spieler seine Musik aus Americana, Folk und Countrymusik vorstellte. „Schön wäre es, wenn man so etwas wieder organisieren könnte“ meint Schmitz. „Aber solche Veranstaltungen mit den amerikanischen Partnern erfordern auch viel Organisation und etwas finanziellen Rückhalt oder Sponsoring, was unter der Beteiligung vieler „Mitmacher“ einfacher und schneller ist“, ergänzt Michael Wolf.

Die junge und dynamische Stadt mit ihren Gegensätzen, ihrer Subkultur und als Hightech-Standort verbindet also ein vielseitiges Angebot. Als Hochschulstadt knüpft sie hier auch mit den Kontakten nach Europa an. „Wir haben einen Austausch auf allen Schul-Ebenen“, sagt Wolf. Es geht von der Hochschule über Schulen der mittleren Bildungsebenen bis hin zur Grundschule. Hier gibt es seit Jahren einen Austausch mit der Koblenzer Schenkendorf-Grundschule. „Aber auch Betriebe und Unternehmen haben hier schon Kontakte geknüpft“, ergänzt Wolf.

So schließt sich hier der Kreis, wenn man nachhaltig denkt und setzt im Bereich der Jugend an. Gerne möchte der Verein für junge Leute noch attraktiver werden und auf sich aufmerksam machen. Von den familiären Kontakten bis in das Business hinein. Auch so können Ausbildungen, auch auf der gegenüber liegenden Seite des Atlantiks, organisiert werden.

Ein Verein für alle

Viele Pläne, Ideen, Möglichkeiten verlangen auch nach einer Anzahl von „Menschen, die mitmachen“, sagt Wolf. Daher hoffe man auf noch größeres Interesse und eine steigende Mitgliederzahl im Verein. Jeder kann dort ansetzten, wo er möchte. Man kann sich mit seinen beruflichen wie auch persönlichen Kompetenzen einbringen oder auch nur seine Neugier auf die Stadt in Texas. Man kann seinen Kindern das Tor zur Welt ein Stück weit öffnen oder den Menschen von drüben die schöne Stadt am Rhein nahe bringen. So vergrößert sich das Netzwerk und seine Möglichkeiten und soll auch für junge Leute, die heute allgemein kein so großes Interesse mehr am „klassischen Vereinsleben“ haben, wieder interessant werden.

Wer jetzt seine Sprachkenntnisse wieder aktivieren und einen fast echten amerikanischen Thanksgiving mit Truthahn und „echten Amerikanern“ erleben möchte, kann im November dabei sein, wenn am Donnerstag, 22. November, gemeinsam in Koblenz gefeiert wird. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.partnerschaft.koblenz-austin.de.

Koblenz AW vom Samstag, 27. Oktober 2018, Seite 3 (13 Views)

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