Rhein-Hunsrück H

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Ach, du dickes Ei: 25 Jahre Kappeler Hahn

Uli Bauer ist Landwirt aus Leidenschaft / Fertig bestückte Miet-Hühnergrills sind der Renner

KAPPEL. -kas- Seit nunmehr 25 Jahren ist er eine starke Regionalmarke: der „Kappeler Hahn“. Weil es Anfang der 1990er auf dem Markt fast ausschließlich Brathähnchen mit einem Gewicht um die 1500 Gramm gab, beschloss der damals 21-jährige Uli Bauer, sein Geflügel auf bis zu dreieinhalb Kilo zu päppeln. Da von Anfang an viel Wert auf Qualität gelegt wurde, ließen sich nicht nur viele Familien für den Sonntagmittag ein Hühnchen rupfen; auch die

bekannten Drei- und Vier-

Sterne-Hotels am Rhein tischen ihren Gästen gerne Brust und Keule vom Kappeler Familienbetrieb auf.

Mit ihrem „Eiermobil“, einem Kasten-Verkaufswagen, beliefern Bauers Eltern, Inge und Erhard, wöchentlich rund 1000 Haushalte in 30 Dörfern auf dem Hunsrück und an der Mosel. „Das machen sie schon seit Jahrzehnten“, berichtet der Sohn begeistert. „Und vom Ruhestand war bisher noch nicht die Rede“, grinst er. Genau wie im Hofladen an der Zeller Straße (der das „Einkaufen auf dem Bauernhof“-Siegel hat), bieten sie neben dem Frischgeflügel auch Produkte aus weiterverarbeiteten Eiern an. So gibt es eine Palette an Nudelformen, die die Hunsrücker im Odenwald produzieren lassen. Der Landwirt erklärt: „Viermal im Jahr bringen wir jeweils zwischen 7 000 und 10 000 Eier hin, aus denen dann insgesamt etwa drei Tonnen Teigwaren hergestellt werden.“ Daneben gibt es auch andere Köstlichkeiten aus der Region: Bienenhonig aus Kappel, Dosenwurst, die von Bekannten in der Nähe hergestellt wird, saisonales Gemüse, verschiedene Gewürze sowie das ideale Geschenk für fast jede Oma: Eierlikör.

„Antibiotika gehören nicht ins Futter“

Wenn der Ehemann und Vater zweier Kinder über seinen Betrieb und die Arbeit spricht, merkt man echte Leidenschaft fürs Federvieh. „Nur gesunde Hühner und Hähne liefern Top-

Erzeugnisse“, ist er überzeugt. Antibiotika und genmanipuliertes Zeug gehörten selbstverständlich nicht ins Tierfutter, sondern „Getreide aus eigenem Anbau auf 80 Hektar Ackerfläche, eine vernünftige Mineralmischung und europäisches Soja“.

Er investiere rund ein Drittel mehr in die Ernährung als die meisten Mitbewerber, hat der Landwirt ausgerechnet. Aber die Erfahrungen über die Jahre gäben ihm einfach recht.

Untergebracht sind die rund 3200 Legehennen in mehreren mobilen Bodenhaltungsställen auf Wiese und Stroh. Wer möchte, könne sich das gerne ansehen und es mit den Bildern vergleichen, die wohl jeder von zerfledderten Massentierhaltungs-Hühnern, die sich gegenseitig blutig picken, im Kopf hat. Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, Kannibalismus unter Hühnern zu verhindern? „Ja“, so Uli Bauer lebhaft, „man muss dem Futter unbedingt ausreichend Natrium, also Salz, zufügen. Wenn genug davon im Organismus vorhanden ist, werden die Tiere höchstwahrscheinlich nicht aufeinander losgehen.“

Er selbst habe mittlerweile

ein Gefühl dafür, ob es den gackernden Gesellschaften

gut gehe. Deshalb checkt der fest in seinem Dorf verwurzelte Mann jeden Morgen als erstes die Lage in den Ställen. „Die Tiere teilen einem wirklich mit, wenn etwas nicht stimmt“, ist er überzeugt. Die 5000 Hähnchen, die pro Jahr verkauft werden, schlachtet Bauer selbst; dafür hat er eine eigene Ausbildung an die zum Landwirt drangehängt. Das geschieht turnusmäßig

– und dann eine Woche lang am Stück. Alles Fleisch, das nicht sofort Absatz findet, wird auf Vakuum gezogen und tiefgefroren. „Bei richtigem Auftauen ist kein Unterschied festzustellen“, so der Fachmann.

Am besten schmecke ihm persönlich – und auch vielen seiner Kunden – an Buchenholz gegrilltes Geflügel. Dafür schaffte der Betrieb eigens Miet-Grills an, von denen die kleinen jeweils vier, die großen gar ein Dutzend Hähnchen fassen können. Diese werden fertig aufgespießt und gewürzt geliefert, „und sind gerade für Familienfeiern ganz oft im Einsatz“, freut sich Uli Bauer.

Weitere Infos gibt es auf

www.gefluegelhof-bauer.de.

Rhein-Hunsrück H vom Samstag, 20. Oktober 2018, Seite 11 (13 Views)

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