Koblenzer Schängel

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Ein Wagen von Audi ist auch ein Horch

Der geniale Konstrukteur vor 150 Jahren in Winningen geboren

KOBLENZ. -üz- Neben Gottlieb Daimler und Carl Benz zählt August Horch zu den bedeutendsten Pionieren der deutschen Automobilgeschichte. Horch wurde am 12. Oktober 1868 – anno dazumal vor 150 Jahren – in Winningen geboren. Die Moselgemeinde ernannte den Autopionier schon 1949 zum Ehrenbürger. Koblenz benannte eine Straße im Industriegebiet nach ihm. Und im Landesmuseum auf dem Ehrenbreitstein ist ihm eine ständige Ausstellung und den von ihm konstruierten Fahrzeugen gewidmet.

Wie seine Vorfahren, die in Winningen eine Schmiede betrieben, erlernte August Horch das Schmiedehandwerk. Als Zehnjähriger baute sich der technisch interessierte Junge mit Hilfe der väterlichen Gesellen ein Dreirad. Dessen Fortbewegung erforderte jedoch Bärenkräfte. Für ein Kugellager hatte der Junge kein Geld. Als Schmiedegeselle arbeitete er dann in Heidelberg, Unterach und in Serbien. Ab 1888 studierte er am Technikum im sächsischen Mittweida. Danach arbeitete er als Maschinenbau-Ingenieur in Rostock und Leipzig. Ab 1896 war er Assistent und Betriebsleiter bei der Benz AG. Im November 1899 gründete August Horch in Köln-Ehrenfeld eine eigene Firma. Nur wenige Monate danach stellte er den ersten Motorwagen eigener Konstruktion vor. 1902 verlegte er den Betrieb nach Reichenbach in Sachsen, 1904 expandierte er nach Zwickau. Wegen Unstimmigkeiten der inzwischen zur Aktiengesellschaft umgewandelten Fabrik schied er 1909 aus dem Unternehmen aus. Ungebrochen gründete er schon einen Monat danach die Audi-Werke. Bei der Namensgebung wählte er die lateinische Übersetzung für Horch.

1922 verlieh die Technische Hochschule Braunschweig August Horch die Würde eines Ehrendoktors. In der Weltwirtschaftskrise 1932 schlossen sich die sächsischen Autowerke Audi, DKW (Der kleine Wagen), Horch und Wanderer zur Auto Union zusammen. Später kam noch NSU dazu. 1945 musste der 76-Jährige Zwickau verlassen. Unter dem Einfluss der russischen Besatzung erkannte ihm Zwickau die in den 30er Jahren verliehenen Ehrenbürgerrechte ab. In Münchberg in Oberfranken fand August Horch eine neue Heimat. Er war noch an der Wiedergründung der Auto-Union in Ingolstadt beteiligt, ehe er am 3. Februar 1951 in Münchberg verstarb.

Mehr über August Horch finden unsere Leser im Heimatbuch „Koblenzer Köpfe – Personen der Stadtgeschichte“ von Wolfgang Schütz, das im Verlag für Anzeigenblätter (VfA) erschienen und im Buchhandel erhältlich ist.

Koblenzer Schängel vom Mittwoch, 10. Oktober 2018, Seite 14 (6 Views)

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