Neuwied AW

Wählen Sie hier das Datum aus, um sich eine Ausgabe von LokalAnzeiger oder AM WOCHENENDE anzusehen

Das E-Paper-Archiv von LokalAnzeiger und AM WOCHENENDE

Wählen Sie hier die Ausgabe, die Sie gerne lesen möchten und bestimmen Sie den Erscheinungstag. Oder stöbern Sie einfach in der Übersicht. Viel Spaß!

 

Friedrich W. Raiffeisens Idee macht Schule

Landesweiter Tag der Schülergenossenschaften auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz

- von Désirée Nonnen -

KOBLENZ. „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele.“ Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Begründer der modernen Genossenschaftsidee, wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Dass diese Idee bis heute jung geblieben ist, zeigte sich in vielfältiger Weise beim Tag der Schülergenossenschaften auf der Festung Ehrenbreitstein.

Gemeinsam Großes leisten: nachhaltig, sozial, verantwortungsbewusst und dabei entdecken, was alle verbindet. So funktionieren Schülergenossenschaften, in denen Jugendliche gemeinsam ein Schülerunternehmen in der Form einer Genossenschaft gründen. Hierbei lernen sie, was es heißt, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen und zu führen. Derzeit gibt es 13 eingetragene Schülergenossenschaften in Rheinland-Pfalz, die in den verschiedensten Geschäftsfeldern, wie beispielsweise Schulverpflegung, Schulbedarf, Merchandising, IT-Service und Handwerk, tätig sind. Die Produkte und Dienstleistungen können sowohl schulintern als auch außerhalb der Schule vertrieben werden. Die erste Gründung einer Schülergenossenschaft erfolgte im Jahr 2014, die Tendenz der Neugründungen ist derzeit steigend. Beim ersten landesweiten Raiffeisentag der Schülergenossenschaften auf der Festung Ehrenbreitstein waren mehr als 200 Schüler, Lehrer sowie Vertreter aus Politik und Genossenschaften anwesend. Auf einer kleinen Messe stellten die Schüler ihre Unternehmensideen vor und konnten bei Workshops und Fachgesprächen mit ihren Patengenossenschaften wertvolle Erfahrungen sammeln.

Realistische Vermittlung von Wirtschaftswissen

Daniela Schmitt, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz, zeigte sich begeistert vom Ideenreichtum der Jugendlichen: „Die Schülergenossenschaften sind ein großartiges Angebot, um an den Schulen auf reale Weise Wirtschaftswissen zu vermitteln. Hierbei handelt es sich nicht um ein Modell, was versucht, eine Wirklichkeit abzubilden. Sie stellen ein reales Unternehmen dar, bei denen die Schüler im direkten Kontakt zu Lieferanten, Kunden und Produkten stehen.“ Ralf W. Barkey, Vorstandsvorsitzender des Genossenschaftsverbandes, lobte die Jugendlichen für ihr Engagement: „Schülergenossenschaften sind eine gute Erfahrung für die Fachkräfte von morgen. Durch die Schüler bleibt Raiffeisens Idee jung und lebendig. Sie erleben, wie es ist, eine eigene Firma zu gründen, diese zu führen, Produkte anzubieten und auch deren Preise selbst zu kalkulieren.“

Auf der Festung waren neben Schülergenossenschaften aus Mainz, Neuerburg und Nordrhein-Westfalen auch Unternehmen aus der Region vertreten.

Nachhaltigkeit, Kreativität und Verantwortung

Die Schülergenossenschaft „RC Snackbar eSG“ am Raiffeisen Campus in Dernbach / Westerwald gründete sich im Jahr 2016 und besteht derzeit aus 150 Mitgliedern, davon 25 aktive, die sich um die Pauserverpflegung kümmern. Neben einem Getränkeautomaten umfasst die Produktpalette Speisen wie Müsliriegel, Traubenzucker und weitere Snacks. Getreu ihrem Vorbild Raiffeisen geht es den Jugendlichen bei ihrem Unternehmen nicht um den Gewinn, sondern um das Wohl der Kunden, also ihrer Mitschüler.

„FANS of HG eSG“ nennt sich die Schülergenossenschaft am Hilda-Gymnasium in Koblenz. Seit zwei Jahren verkaufen die rund 30 aktiven Mitglieder Schreibartikel, wie Hefte und Stifte, aber auch Brötchen und Sandwiches, die sie von einem Bäcker vor Ort beziehen, sowie Getränke eines regionalen Herstellers. Die anfallenden Arbeiten in der Genossenschaft sind genau aufgeteilt: Die jüngeren Schüler sind für den Verkauf zuständig, die Älteren stellen den Vorstand und übernehmen Buchhaltung und Marketing. Die Schülerin Caroline Petersen zeigte sich begeistert von der Mitarbeit in der Genossenschaft: „Es macht großen Spaß, kreativ zu sein und eigene Ideen umzusetzen. In Workshops besprechen wir im Team neue Projekte. Die Schüler machen alles selbst.“

Mit dem Eichendorff-Gymnasium war eine weitere Koblenzer Schule vertreten. Die „EGON eSG“ wurde 2015 als dritte Schülergenossenschaft in Rheinland-Pfalz gegründet und legt großen Wert auf Ökologie und Nachhaltigkeit. Die Schüler bieten Schulkleidung mit klimaneutralem Druck auf fairen Textilien an. Außerdem gehören Starterpakete für die neuen Fünftklässler, Getränke von einem regionalen Brunnen sowie nachhaltige Schulmaterialien zu ihrer Produktpalette. Derzeit zählt die „EGON eSG“ 200 Mitglieder, die Anteile besitzen, und 25 aktive Mitglieder. „Wir freuen uns, einen Einblick in die Wirtschaft zu erhalten. Die Zusammenarbeit über die verschiedenen Klassenstufen hinweg funktioniert sehr gut“, erklärt eine Schülerin.

Die „Green4u eSG“ ist die Schülergenossenschaft an der IGS Neuwied und verfügt aktuell über 30 aktive Mitarbeiter und rund 100 Mitglieder. Die angebotenen gesunden Lebensmittel, beispielsweise Wraps und Müsliriegel, werden allesamt von den Schülern selbst hergestellt und verkauft. „Wir freuen uns immer sehr darüber, wenn wir sehen, wie gut unsere Produkte ankommen“, erzählt eine Schülerin.

Neuwied AW vom Samstag, 6. Oktober 2018, Seite 14 (17 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 

<   Oktober   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31