Bad Kreuznach

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Eintauchen in eine Welt voller Grusel und Abenteuer

In Bad Kreuznach gibt es seit Anfang des Jahres einen sogenannten Escape Room, in dem die Teilnehmer eine besondere „Flucht“ erleben

BAD KREUZNACH. -st- Eine unscheinbare Kellertür in einem Hinterhof an der Bad Kreuznacher Victoriastraße. Ein Schild über der Tür das ungefähr verrät, was den Besucher erwartet: „Effugium Escapes“ steht darauf zu lesen. Das Durchschreiten der Tür bedeutet gleichzeitig ein Eintauchen in eine andere Welt. Eine Welt voller Abenteuer, Rätsel, Geheimnisse. Eine Welt, wie sie mit der vor der Tür nahezu nichts gemein hat. Es ist dunkel, es ist kühl und es ist ein wenig schaurig.

In dem Keller haben Christian Israel und Virginia Howington einen sogenannten Escape Room geschaffen. Dabei handelt es sich um eine moderne Schatzsuche. Ein Trend, der in der Ukraine seinen Ursprung hat, mittlerweile aber auch schon seit rund fünf Jahren in Deutschland von vielen leidenschaftlichen Anhängern ausgeübt wird. In Bad Kreuznach kann eine Gruppe von maximal vier Personen eintauchen in das besondere Abenteuer, das den Titel „Das düstere Vermächtnis“ trägt. Der Plot: Die Teilnehmer haben eine Einladung erhalten von Alfred Pietsch. Ein ruhiger Genosse und der Apotheker im Ort. Langsam entfernen sie sich immer weiter von der Stadt, bis sie an einen Wald kommt, wo das Dickicht der Bäume immer dichter wird je tiefer sie hinein geht. Irgendwann tauchen die Umrisse einer scheinbar verlassenen Waldhütte auf. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Umkehren oder allen Mut zusammen nehmen, eintreten und das Rätsel lösen. Es geht um Liebe. Um Verrat. Um Gift. Um Experimente am Menschen. Der perfekte Stoff für eine Horrorstory. „Den Schwierigkeitsgrad können die Teilnehmer selbst bestimmen“, sagt Christian Israel. Er oder seine Partnerin sitzen in einem separaten Raum und haben so immer einen Einblick in die Szenerie. Sollte es bei der Jagd nach der Lösung kein Weiterkommen geben, können sie auch schon mal weiterhelfen und über eine Stimme aus dem Off eingreifen. Die Regel ist das aber nicht. „Die Teilnehmer sollen eintauchen in die geheimnisvolle Welt und sollen sich ganz darauf einlassen“, so Israel. Damit das gelingt, ist alles so authentisch wie möglich gestaltet. Alte, schwere Möbel, viel Dunkelheit, Nebel, der sich über den Raum legt, düstere Musik und ein Sprecher – der Apotheker Alfred Pietsch – der immer wieder an der passenden Stelle erklingt.

Rund 90 Minuten dauert das Abenteuer, eine ausführliche Einweisung inbegriffen. Dort erfahren die Teilnehmer etwas über die Geschichte und über die Verhaltensregeln. „Grundsätzlich ist es aber so, dass alles angefasst werden darf. Schließlich kann ja hinter jedem Gegenstand auch ein Teil der Lösung stecken“, erklärt Israel. Mal ist das Rätsel in einem Text zu finden, mal ist Logik gefragt, mal sicherlich auch Glück. Da werden Knöpfe zum Teil der Lösung. Schalter oder Dinge, von denen man es noch weniger erwartet.

Zusammen mit seiner Partnerin hat Christian Israel den kompletten Plot selbst entwickelt und auch alles selbst umgesetzt. Stimme einsprechen, Special Effects entwickeln, den Raum einrichten – das alles gehört dazu, wenn man einen Escape Room realisiert. „Es gibt das Ganze auch als Franchise-Modell, bei dem ein Unternehmen sich komplett darum kümmert. Aber wir haben uns ganz bewusst dagegen entschieden, denn wir wollten alles nach unseren Vorstellungen umsetzen.“

Rund ein halbes Jahr hat es gedauert, bis das erste Zimmer realisiert war. Die beiden hatten die komplett leeren Kellerräume in der Victoriastraße angemietet und sich dann „ausgetobt“. Und sie haben sich damit einen kleinen Traum verwirklicht. „Ich selbst war beruflich in Freizeitparks als Mechatroniker angestellt und wollte schon immer etwas Eigenes machen“, sagt Israel. Also gründete er zusammen mit seiner Partnerin eine Firma, mit der die beiden vor allem ein Ziel verfolgen: Menschen unterhalten. Zunächst mit punktuellen Events, seit diesem Jahr mit dem Escape Room und damit mit einer dauerhaften Einrichtung.

Im Herbst soll der zweite Raum fertiggestellt werden. Aktuell sind die Bauarbeiten in vollem Gang. Wände wurden bereits eingezogen, die Geschichte steht ebenfalls und muss in den Räumen nun zum Leben erweckt werden. Während es im ersten Plot sehr düster ist, soll es dieses Mal insgesamt heller werden, damit auch Kinder an dem Abenteuer teilnehmen können.

Die Ideen für ihre Plots, aber auch für die liebevolle und bis ins kleinste Detail geplante Umsetzung ist zum einen der eigenen Kreativität entsprungen, zum anderen holen sich die beiden Inspiration auf Messen und in anderen Escape Rooms. „Das schauen wir uns beim Spielen an und überlegen uns, was wir noch besser machen können“, sagt der gebürtige Bayer. Dass den beiden das mit ihrer ersten Spielvariante bereits eindrucksvoll gelungen ist, dafür spricht das positive Feedback, das sie von allen Seiten erhalten. Und es spornt sie an weiterzumachen. Aktuell opfern sie, beide noch voll berufstätig, einen Großteil ihrer Freizeit für ihr Projekt. Das Projekt, das zunächst so unscheinbar daher kommt. Hinter einer Kellertür in der Victoriastraße.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.cventertainment.de

Bad Kreuznach vom Samstag, 6. Oktober 2018, Seite 8 (376 Views)

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