Lahn-Post C

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Henkel: „Gebt dem Dorf seine Kraft zurück!“

Professor für Humangeographie referiert über die Zukunft des ländlichen Raums

-von Peter Schäfer-

KUBACH. „Gebt dem Dorf seine Kraft zurück!“ – das ist die zentrale Botschaft von Professor Gerhard Henkel, der auf Einladung des Vereins Vereinigung der Bürgermeister und Kassenverwalter Oberlahn im Kubach Bürgerhaus zur Frage referierte, wie unsere Dörfer zukunftsfähig werden können.

Der Vereinsvorsitzende, Weilburgs ehemaliger Bürgermeister Hans-Peter Schick, begrüßte die Gäste, darunter viele aktuelle und ehemalige kommunalpolitische Mandatsträger. Henkel ist Humangeograph. Seit Jahrzehnten befasst er sich mit der historischen und aktuellen Entwicklung des ländlichen Raumes. Er ist weithin bekannt als „Anwalt des Dorfes“ und „deutscher Dorfpapst“, hat dazu mehr als 300 Publikationen vorgelegt und mehr als 500 öffentliche Vorträge gehalten. Er ist zudem Verfasser mehrerer Standardwerke zur Dorf- und Landentwicklung, zuletzt „Das Dorf. Landleben in Deutschland – gestern und heute“.

Bei aller Landlust und auch wenn mehr als die Hälfte der Deutschen auf dem Land lebt: Viele Dörfer befinden sich in einer Existenzkrise. Arbeitsplätze, Kindergärten, Schulen, Gasthöfe, Läden verschwinden. Viele junge Menschen wandern ab, die Älteren bleiben zurück. Professor Henkel animierte in seinem Vortrag, dieses Schicksal nicht hinzunehmen. Mit der Forderung „Gebt dem Dorf seine Kraft zurück!“ wolle er Mut machen. Ausführlich ging er anhand vieler Beispiele auf Initiativen aus ganz Deutschland ein, die Attraktivität eines Dorfes wieder zu steigern. Jedes Dorf habe andere Potenziale, Werte, aber auch Defizite. Die Zukunft des Dorfes entscheide sich auf zwei Ebenen. Auf der unteren Ebene müssten Bürger und Kommunalpolitik aktiv werden. Auf der oberen Ebene, in den Hauptstädten, wo Dorfentwicklung betrieben werde, müssten die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, stellte aus dem Westfälischen stammende 74-Jährige fest. Jedes Dorf muss sich selbst retten. Es muss erkunden, wo seine Defizite und Wünsche liegen, und diese dann angehen.

Kleine Orte lebten heute im Wesentlichen durch ihre Vereine, denn sie seien ein Erfolgsmodell der Selbstorganisation. Hier lerne die Jugend das Gemeinwohldenken und das Miteinander kennen. Dass die Vereine schwächelten habe gesamtgesellschaftliche Gründe wie die Individualisierung oder die Mobilisierung der Bevölkerung.

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Lahn-Post C vom Mittwoch, 29. August 2018, Seite 1 (85 Views)

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