Koblenzer Schängel

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Der Brückenbau – eine politische und finanzielle Herausforderung

Der Weg zur Integration in den Landkreis war ein schwieriger

NIEDERWERTH. Wenn die Ortsgemeinde Niederwerth am 25. und 26. August den 60. Geburtstag ihrer Brücke mit vielen Gästen feiert, dann sollte auch das Werk der Politiker von einst nicht ohne Betrachtung bleiben.

Der Weg zur neuen Brücke war ein Kraftakt in jeder Hinsicht und voller Hindernisse. Vorangegangen waren langatmige und komplizierte Verhandlungen mit Kreis und Land, Beratungen mit Verwaltung und Gemeindeparlament und Bürgerversammlungen.

1,5 Millionen Mark mussten aufgebracht werden, eine Summe, die die notorisch klamme Inselgemeinde nicht alleine schultern konnte. Viele Fürsprecher waren nötig, allen voran Landrat Jakob Jost, der erkannte, dass Niederwerth nur über ein Brückenbauwerk in den Landkreis Koblenz zu integrieren war. Er knüpfte die Fäden zwischen den Räten und Bürgermeistern, dem Kreis, dem Straßenbauamt dem Landesministerium in Mainz und Bundesministerium in Bonn.

Nachdem die Finanzierung stand, griff Ministerpräsident Dr. Peter Altmeier die Initiative des Kreises auf, förderte das Projekt wo er konnte und beauftragte das Mainzer Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit der Planung. Das Straßenbauamt Koblenz unter Leitung von Oberregierungsrat Josef Grommes schrieb die Baumaßnahme aus, nachdem der Niederwerther Rat sich für die Planvariante der Spannbetonbrücke – die erste in ganz Deutschland – entschieden hatte und viele Anliegerinteressen bedient werden konnten. Am Kirmessamstag, dem 11. Mai 1957, erfolgte im strömenden Regen die Grundsteinlegung. Dann ging es Schlag auf Schlag. Die Betonkonstruktionen wurden an Land auf dem Vallendarer Marktplatz vorgefertigt, die Schwimmkräne „Gigant“ und „Titan“ der Firma Hoch-Tief fuhren die Elemente in spektakulären Aktionen zwischen die Pfeiler ein, dort wurden sie gegossen und gespannt. Am 5. Juli 1958 wurde die fertige Brücke in einem feierlichen Festakt von Ministerpräsident Altmeier für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

Niederwerth war nun keine Insel mehr, die neue Brücke öffnete das Tor zur Moderne, die gute alte Fähre hatte ausgedient, Niederwerth hatte nun eine Zukunft.

Koblenzer Schängel vom Mittwoch, 22. August 2018, Seite 19 (19 Views)

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