Koblenzer Schängel

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Gleise für die Gülser Brücke

Heiße Sanierungsphase eingeläutet / Fertigstellung zum 10. September

- von Marcus Dietz -

GÜLS/MOSELWEISS. Die Ertüchtigung der alten Eisenbahnbrücke über die Mosel hat ihre heiße Phase erreicht: Die alten Längsträger, auf denen die Gleise und die Holzschwellen montiert sind, werden dieser Tage komplett ausgetauscht. Millimeterarbeit auf mehr als 200 Metern, wie wir vor Ort besichtigen durften.

Radfahrer und Fußgänger nutzten im Frühjahr während der Vorbereitungen für die zurzeit durchgeführten Arbeiten die eigens für sie seitlich angebrachten Querungsprovisorien. Die im Jahr 1878 (!) fertiggestellte Eisenbahnbrücke verbindet seit dieser Zeit die beiden Mosel-Stadtteile Güls und Moselweiß unverzichtbar miteinander. Jetzt zieht die Deutsche Bahn die Hauptarbeiten an dem Bauwerk durch. Inzwischen dürfen die Passanten wieder die ertüchtigten Originalwege unmittelbar neben den Gleisen nutzen. Fußgängerbrücke ist die eigentliche Bahnbrücke ja nur nebenbei: In zwei Fahrtrichtungen dient sie in erster Linie den Zügen der Deutschen Bahn. Die Arbeiten gelten als schwierig, da die Bahntrasse hier mit nur dreieinhalb Metern Breite als eine der schmalsten überhaupt gilt.

Zurzeit wird in Blickrichtung Güls auf der rechten Seite gearbeitet. Und das, während auf dem anderen Gleis die Züge nach wie vor fahren. Das allerdings nicht nach regulärem, sondern nach speziell eingeschränkten Baustellenfahrplan. Stück für Stück werden Gleise und Holzschwellen entfernt, die alten genieteten Trägerstahlteile entfernt und die neuen jeweils bis zu neun Tonnen schweren Stahltrassen mit einem Spezialkran hereingehievt. Die Anpassung muss millimetergenau erfolgen, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Die alten Nietenverbindungen werden durch neue Schraubverbindungen ersetzt.

Auf beiden Fahrbahnen werden so insgesamt 44 Längsträger ausgetauscht. Rund 12 000 Schrauben ersetzen die 150 Jahre alten Nieten aus der Ursprungszeit. „Wie gut“, so Bauprojektleiter Ludwig Thies im Gespräch mit unserer Zeitung, „die Konstruktion der im Zweiten Weltkrieg teilbeschädigten Brücke ist, sieht man daran, dass wir die alten Trassen, die zusammen knapp 110 Tonnen wogen mit neuen Teilen belasten, die fast exakt das Dreifache wiegen“. Die Statik der Brücke mache das „problemlos mit, da früher extrem überdimensioniert solide gebaut wurde“ – sicher ein unausgesprochener Wink in Richtung der Katastrophe in Genua von vor gut einer Woche.

Die andere Fahrbahn wird ab dem 27. August in Angriff genommen. 25 bis 38 Fachkräfte arbeiten seit Sonntag im Dreischichtbetrieb sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag unter einem Bahnsprecher zufolge „bewusster Vermeidung von Lärm“. So könne die Brücke am Montag, 10. September, pünktlich um 4.30 Uhr wieder freigegeben werden. Nützlicher Nebeneffekt: Eine alte Gasleitung wurde in Zusammenarbeit mit dem hiesigen Energieversorger in Einem mit erneuert und die Brückenlager an den beiden Moselufern werden auch ertüchtigt.

Koblenzer Schängel vom Mittwoch, 22. August 2018, Seite 17 (24 Views)

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