Koblenzer Schängel

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Gott sei Dank, die Festung steht noch. Ich glaube viele Koblenzer blickten beim Abschlussfeuerwerk am vorigen Samstag auch etwas ängstlich auf den Festungshang. Die Sorge war: Brennt er oder brennt er nicht? Er hat nur ein bisschen gebrannt und unsere tüchtigen Feuerwehrleute, die von der Freiwilligen genauso wie die von der Berufsfeuerwehr, waren auf Zack, sie hatten ihre Schläuche parat.

Ich war am Samstag mit Besuchern aus ganz Deutschland, es waren Gäste einer Firma aus dem Westerwald, die Gläser herstellt, auch für Bier, auf der Festung unterwegs. Die waren begeistert von dem Bauwerk, der herrlichen Sicht auf Koblenz und den immer noch als Orientierungshilfe in der Landschaft stehenden Kühlturm in Mülheim-Kärlich. Aber gestaunt haben sie auch über die vielen Helfer und Sicherheitskräfte, die schon am frühen Nachmittag die Festung in Besitz genommen hatten.

Am Freitag waren die Standbetreiber an Rhein und Mosel noch größtenteils unter sich. Am Samstag war dann die Hölle los. Als wir uns mit Freunden dann am Peter-Altmeier-Ufer vorwärts kämpften, kamen wir uns wie Dinos vor – nur junges Volk war um uns herum. Besser wurde es erst vor und in einer Weinstube am Rheinufer, da saßen auch ein paar friedhofsblonde Gäste und labten sich an den Genüssen aus Küche und Keller. Der Laden war drinnen und draußen knüppelvoll, aber noch voller war die Toilette der Weinstube. Eine ältere Dame musste gute 20 Minuten warten, bis sie endlich den dringend benötigten Sitzplatz am sonst so stillen Örtchen erreichte. Der Wirt musste dann einschreiten und bestimmt, aber höflich, den Nichtgästen den Zugang schon am Eingang seines gastlichen Hauses verweigern. Wir konnten alles von unserem Logenplatz auf der Umrandung eines Blumenbeetes verfolgen. Es ist schon Tradition, dass wir dort, vom Wirt geduldet, unseren Wein aus Winningen oder unser Bier genießen, aber nur beim Rhein in Flammen.

Das Abschlussfeuerwerk war, so fanden wir, sehr schön. Die eine oder andere Rakete wurde besonders bejubelt, die hatten wir in den Jahren davor noch nicht gesehen. Der Heimweg gestaltete sich teilweise schwierig, man musste nicht nur auf andere Fußgänger achten, sondern auch auf viele Glasscherben und Müll auf der Straße. Hier muss man unserer Stadtreinigung ein Kompliment machen, das „Städtische Streichorchester“ hatte, wie in der Vergangenheit auch, morgens die Alt- und Innenstadt schon wieder vom gröbsten Müll befreit. Auch die Gastronomie kann mit diesem Rhein in Flammen zufrieden sein. Wer am Wochenende nichts zu tun hatte, dem laufen auch im Rest des Jahres die Gäste wohl auch nicht die Türen ein.

Manfred Gniffke

Koblenzer Schängel vom Mittwoch, 15. August 2018, Seite 5 (51 Views)

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