Lahn-Post C

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Neue Pläne für den Neumarkt

Fachbüro aus Darmstadt soll Interessenbekundungsverfahren betreuen

LIMBURG. Vorschläge zur möglichen Gestaltung des Limburger Neumarkts gibt es viele, umgesetzt davon ist noch keiner. Doch es ist der Limburger Stadtpolitik ernst damit, dieses Thema konkret anzugehen und zu umsetzbaren Gestaltungsplänen zu gelangen.

Der Magistrat hat nun ein Fachbüro aus Darmstadt damit beauftragt, ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren und die daran anschließende Mehrfachbeauftragung zur Neugestaltung zu betreuen.

Im Rahmen des Städtebauförderprogramms sind viele Vorschläge gemacht worden, Bürger wurden angehalten, sich in einer Sandbox ihren Wunsch-Neumarkt zusammenzustellen, Fraktionen und Interessensverbände haben Vorschläge unterbreitet und schließlich war der Neumarkt und das dort nun geltende Parkverbot Anlass für ein Bürgerbegehren gewesen.

Die geparkten Autos sind weg, doch was kommt? „Wir sind in der Pflicht, nun Vorschläge zu unterbreiten, die auch umgesetzt werden können“, fasst Bürgermeister Marius Hahn zusammen. Gleichzeitig ist er jedoch auch froh darüber, dass sich alle Beteiligten die Zeit genommen haben, um die Neugestaltung Neumarkt nicht „durchzuboxen“. „Wir haben in den vergangenen Monaten immer wieder erlebt, dass es bei allen diskutierten und vorgeschlagenen Gestaltungen große Gruppen in der Bevölkerung, bei den Nutzern des Marktplatzes oder in Verbänden gab, die sich mit dem Vorgeschlagenen nicht einverstanden erklären konnten“, so Hahn. Bei einem so zentralen Platz wie dem Neumarkt sei es jedoch notwendig, dass die künftige Gestaltung zwar nicht von allen, jedoch von einer breiten Mehrheit getragen werde.

Hahn wünscht sich, dass durch das nun beginnende Verfahren ein Gestaltungsvorschlag auf den Tisch kommt, der möglichst von einer breiten Basis akzeptiert und getragen wird. Das Ziel ist klar: Die Aufenthaltsqualität soll sich verbessern, gleichzeitig aber die saisonalen Gegebenheiten berücksichtigten. Auch ist der Wochenmarkt zu integrieren und die Veranstaltungen und Feste wie Rheingauer Weintage, Summer Games und Christkindlmarkt sollen auch in Zukunft auf dem Platz stattfinden. Weiterhin gilt es bei der künftigen Gestaltung zu gewährleisten, dass der Zugang zu den Arztpraxen bleibt, ebenso die Zufahrt für die Anlieger.

Bis die Neugestaltung umgesetzt ist, hat der Magistrat den Auftrag, mit den Beschickern von Wochenmarkt und Christkindlmarkt zu klären, welche Nutzungen in der Übergangsphase möglich sind. Dabei ist auch zu prüfen, ob z. B. eine Erweiterung des Angebots an Sitzflächen beziehungsweise des umgebenden und bereits vorhandenen gastronomischen Angebots möglich ist.

Nach Angaben von Annelie Bopp-Simon, Leiterin des Stadtplanungsamts, wird das Verfahren in der Hessischen Ausschreibungsdatenbank bekanntgemacht und veröffentlicht. Es ist dann Aufgabe von Büros, ihr Interesse anzumelden und Entwurfsskizzen für die Planung des Neumarkts zu entwickeln. Aus den eingegangenen Bewerbungen werden dann bis zu fünf Teilnehmer ausgesucht und beauftragt, Entwurfsskizzen für die Gestaltung und Nutzung des Neumarkts zu erstellen.

Klar ist auch, dass sich die Büros, die sich an dem Verfahren beteiligen wollen, mit den Gegebenheit und Rahmenbedingungen des Platzes auseinandersetzen müssen. Dazu gehört der Bestand der Bäume, der möglichst unangetastet bleiben soll. Dazu gehören aber auch zahlreiche Ver- und Entsorgungsleitungen, die den Platz durchziehen.

Insgesamt stehen im Haushalt dafür Gelder in Höhe von 50 000 € zur Verfügung. Die Entwurfsskizzen für die Gestaltung und Nutzung soll dann in den Fachausschüssen vorgestellt werden. „Es liegt uns viel an einer attraktiven Gestaltung des Platzes“, verdeutlicht der Bürgermeister und lässt keinen Zweifel daran, dass es Zeit wird für ein vorzeigbares Ergebnis – auch wenn es ganz viele unterschiedliche Vorstellungen zur Gestaltung des Platzes gibt.

Lahn-Post C vom Mittwoch, 27. Juni 2018, Seite 1 (37 Views)

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