Koblenzer Schängel

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„Nicht alles was möglich ist, sollte auch machbar sein“

Christian Altmaier will Debatte über Veranstaltungen und ihre Standorte in Koblenz anstoßen

KOBLENZ. Nicht zuletzt durch die Bundesgartenschau 2011 ist die Stadt Koblenz für die Region von besonderer Bedeutung geworden. Eine Vielzahl an Veranstaltungen findet im Stadtgebiet statt. In den letzten Jahren sind auch neue Veranstaltungsformate hinzu gekommen. Gerne werden dafür die Plätze in der Altstadt, aber auch die ehemaligen Buga-Flächen genutzt.

Letztere sollten eine besondere Hege und Pflege erfahren. Diesen Konsens gab es nach der Bundesgartenschau im Stadtrat und dessen Fachausschüssen. „Die Buga hat besondere Juwelen geschaffen, die unsere touristischen Kernbereiche auf höchstes Niveau gebracht haben“, so der Sprecher für Kultur & Tourismus, Christian Altmaier. Das SPD-Ratsmitglied blickt mit Sorge auf die Vielzahl an Veranstaltungen die seit 2011 zusätzlich und vor allen Dingen in den Buga-Bereichen stattfinden.

„Wir sollten nicht alles was möglich ist, auch machbar machen“, erläutert Altmaier seinen Vorstoß und er will eine Debatte über die Veranstaltungen im Stadtgebiet anstoßen. „Meiner Meinung nach müssen wir als Stadt auch ein Auge darauf haben, was findet in der näheren Umgebung unserer touristischen Landmarken statt und wie werden die Bereiche genutzt. Auch welche Auswirkungen sie auf die gärtnerischen Bereiche haben.“

Konkret beklagt das Ratsmitglied, dass bei einer der jüngsten Veranstaltungen die Versorgungsfahrzeuge rund um das Deutsche Eck entlang des Peter-Altmeier-Ufers geparkt worden sind und die Toilettenwagen das Eingangsportal zum Deutschen Eck bildeten. „Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass eines der bekanntesten Tourismusziele in Deutschland, der Zusammenfluss von Rhein und Mosel mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal so verschandelt werden.“ Zumal die Tourismussaison im Juni schon auf vollen Touren läuft und viele internationale Gäste einen besonderen Eindruck mitnehmen. „Der nicht unbedingt für die Qualität von Koblenz spricht.“ Vergleichbare Zustände herrschten rund um das Deutsche Eck auch zur Kirmes die dort immer mal wieder stattfindet. Altmaier findet: „Die Örtlichkeit ist nicht der Anziehungspunkt, sondern die Veranstaltung für sich selbst.“

Jüngst hatte der Stadtrat auch über die Nutzung der Plätze im Stadtkern diskutiert. „Vom Ordnungsamt, als der Behörde die Veranstaltungen genehmigen muss, habe ich nun eine Liste aller Veranstaltungen angefordert“, erklärt Altmaier. Damit wolle er dann prüfen, ob alle genehmigten Veranstaltungen auch wirklich dort, wo sie stattfanden auch stattfinden mussten. „Die Stadt sollte auch beratend für Veranstalter tätig sein und eine Lenkungsfunktion ausüben.“ Auch alternative Flächen vorschlagen, um eine Konzentration an einer Stelle über das Jahr zu vermeiden, wie etwa den Münz- oder den Jesuitenplatz.

Um Missverständnissen, auch in Bezug auf die Bierbörse oder die Kirmes am Deutschen Eck, zu begegnen, schlägt das Ratsmitglied auch Alternativen vor. Für die Bierbörse hält er das Rheinufer und den Biergarten rund um die „Koblenzer Brauerei“ für attraktiv. „Gerade die jahrhundertealte Tradition als Stadt der Brauereien“, solle man in Erinnerung rufen. Ausreichend Parkplätze und die Nähe zum P+R-Parkplatz Oberwerth sprächen laut Altmaier zum Beispiel für die Bierbörse für eine Verlagerung an den Brauereistandort.

Warum beklagt sich Altmaier über die Veranstaltungen? Ihm ist es wichtig, eine gute Kombination aus Tourismus, Kultur und dem Wunsch nach Event und Veranstaltungen zu finden. „Gerade das Deutsche Eck mit Ludwig Museum, Seilbahn, Blumenhof ist ein hochsensibler Bereich, der Brennpunkt unseres touristischen Wirkens. Vergleichbar etwa mit dem Zwinger in Dresden. Dort wird besonders ausgewählt, was im Umfeld von Semperoper und Zwinger stattfindet.“ Koblenz solle ebenso verfahren und hier Veranstaltungen genehmigen, die auch die regionale Identität widerspiegeln und näher bringen. „Wir sind eine Region des Riesling-Weins, warum werden wir hier nicht aktiver?“ Hier hat auch „Electornic Wine“ stattgefunden, „ein junger, frischer Veranstaltungstyp der Wein in den Mittelpunkt stellt“, lobt das Ratsmitglied dieses Konzept.

Koblenzer Schängel vom Mittwoch, 27. Juni 2018, Seite 4 (55 Views)

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