Koblenzer Schängel

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Heilende Liebe als Grundaufgabe

Dominikanerinnen in Arenberg feiern 150. Bestehen

KOBLENZ. Seit 150 Jahren gibt es die Kongregation der Dominikanerinnen im Koblenzer Stadtteil Arenberg. Aus diesem Anlass feiert der Trierer Bischof Stephan Ackermann am Sonntag, 24. Juni, im Kloster ein Pontifikalamt mit den Schwestern und Gläubigen. Dieses Jubiläum bietet Gelegenheit, einen Blick auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft zu richten, findet Generalpriorin Schwester Scholastika Jurt.

„Unser Grundauftrag lautet ‚Heilende Liebe‘“, erklärt die gebürtige Schweizerin. „Uns geht es über die Gesundheit des Leibes hinaus, und wir möchten die Menschen dahin begleiten.“ Daher hat die Ordensgemeinschaft sich 2003 entschieden, ein Gästehaus zu eröffnen. „Wir sind aber kein Wellnesskloster, wie es so gerne heißt. Wir haben zwar unter anderem eine Sauna und unterschiedliche Bewegungsangebote wie Thai Chi, aber wir haben die Seelsorge unserer Gäste im Blick.“ Christliche Meditationen, Impulse und Bibelgespräche sowie Einzeltermine mit hausinternen Seelsorgern werden angeboten. Die Auslastung von etwa 70 % gibt den Schwestern und ihrer Idee Recht. „Wir bieten hier ganzheitliche Erholung.“

Neben all diesen Angeboten steht das Evangelium für die 52 Schwestern in Koblenz im Mittelpunkt. „Wir sind der Meinung, dass der Mensch das beste Zeugnis für Gottes Gegenwart ist.“ So ist das Klosterleben im Gästehaus spürbar. Die Novizinnen, die sich in Vorbereitung auf die zeitlichen Ordensgelübde befinden, leben Wand an Wand mit den Gästen; die Ordensschwestern wohnen allerdings im nahen Mutterhaus. Eine kleine Gruppe der Schwestern arbeitet im Gästehaus. „Wir möchten unseren Besucherinnen und Besuchern etwas mitgeben.“ Der Orden könne ein Zeichen in der heutigen Kultur setzen, indem sie als Gemeinschaft zusammen am Tisch sitzen und Gespräche führen.

Wenn Schwester Scholastika zurückschaut, kann sie sagen, dass es in der heutigen Zeit im Orden eine geweitete Gastfreundschaft gibt und „nicht nur durch das Gästehaus“. Darüber hinaus habe sich das Gottesbild in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. „Der strafende Gott, Buße, Sünde und Schuld haben viel Raum eingenommen“, findet sie. Zwar tragen heute noch alle ihre Ordenskleidung (Habit), „aber jede kann ihren Schwerpunkt selbst legen. So arbeiten wir nicht mehr alle im gleichen Betrieb“, erklärt Schwester Scholastika, die im Alter von 25 Jahren in das Koblenzer Kloster eingetreten ist.

„Es ist offen, was wir morgen sein werden. Wir stellen uns die Frage, wie wir unsere Botschaft sozusagen ‚heutigen‘ können“, schaut Schwester Scholastika auch im Hinblick auf das Durchschnittsalter der Gemeinschaft von 81 Jahren in die Zukunft.

Gegründet wurde der Orden 1868 von Mutter M. Cherubine Willimann. Sie wurde 1842 in der Schweiz als Josefa Willimann geboren. 1864 trat sie in das Kloster der Dominikanerinnen St. Peter in Schwyz ein. Geprägt von den Monaten in Schwyz folgte sie – und mit ihr zwei Schwestern – der drängenden Bitte des Pfarrers von Arenberg, Johannes Babtist Kraus, nach Koblenz. Pfarrer Kraus suchte Ordensschwestern für die Pflege seiner neu errichteten Wallfahrtstätten und für die Übernahme karitativer Aufgaben in der damals armen Pfarrgemeinde. 1868 erreichten die drei Frauen den Arenberg und bezogen das Klösterchen, in dem Josefa mit zwei weiteren Frauen das Noviziat begann und den Ordensnamen Cherubine erhielt.

Neben dem Gästehaus in Koblenz sind Orte des Wirkens der Schwestern in Berlin, Michendorf, Düsseldorf, Oberhausen und Rickenbach/Schweiz. Seit 1963 gibt es eine Mission in Bolivien.

Weitere Infos: www. arenberger-dominikanerinnen. de.

Koblenzer Schängel vom Mittwoch, 20. Juni 2018, Seite 7 (42 Views)

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