Westerwaldpost Nord

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Das richtige Essen für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen

Evim Gertrud-Bucher-Haus geht neue Wege in der Verpflegung seiner Bewohner

WESTERBURG. -pre- Richtlinien, Ernährungspläne, Pflegeorganisation – das alles bildet den Rahmen innerhalb dessen sich die Mahlzeiten eines Pflegeheims bewegen. Doch Essen ist für die Bewohner weitaus mehr, als das was auf dem Speiseplan steht. Um hier neue Wege zu gehen, setzt das Seniorenheim Evim Gertrud-Bucher-Haus in Westerburg auf die weitere Professionalisierung in der Verpflegung.

Küchenleiter Roland Töller absolvierte dazu eine Weiterbildung zum „Ernährungsbeauftragten in der Seniorenverpflegung“ auf der Grundlage der „DNQP Expertenstandards Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“ bei der Chefs Culinar Akademie Weeze, die er Mitte März mit einem Zertifikat abgeschlossen hat. In 56 Schulungseinheiten ging es beispielsweise um Anforderungen der Ernährung im Alter, Wissen über Mangelernährung und Dehydrierung, um DGE-Standards (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), rechtliche Rahmenbedingungen und Speiseangebote bei Menschen mit demenziellen Veränderungen.

Neue Maßstäbe setzen

Roland Töller möchte besonders in der Verpflegung dieser Zielgruppe neue Maßstäbe setzen und entwickelte dafür im Rahmen seiner Projektarbeit neue Ideen. „Gerade für Menschen mit Kau- und Schluckstörungen erfordert dies ein spezielles Know-how, viel Fingerspitzengefühl, Geduld und Erfahrung“, so der Küchenleiter, der seit vier Jahren im Gertrud-Bucher-Haus tätig ist.

In der Einrichtung leben 93 Bewohner, davon derzeit rund 35 Menschen, die eine Kau- und Schluckstörung haben und demenziell verändert sind. Neben speziellem Fachwissen ging es bei der Fortbildung auch darum, die neuen Ideen gemeinsam im Team aus Küche, Hauswirtschaft und Pflege umzusetzen und im Wohnbereich zu testen. Einrichtungsleiterin Renate Schlag ist von den ersten Erfahrungen überzeugt: „Das Projekt kam im Team und bei den Bewohnern gut an. Die Rückmeldungen waren sehr hilfreich, um Ergebnisse weiter zu optimieren und Neues zu entwickeln“.

Vitamine und Ballaststoffe

Der neue Obstnachtisch wird nicht nur einfach in einem Schälchen serviert. „Die Bewohner sollen die Früchte erkennen und gezielt auswählen können“, erläuterte der Küchenleiter, der sich dieser Tage selbst ein Bild von der Umsetzung seiner Idee machte. „Wie schnell eine ganze Banane gegessen wurde“, lobte eine Pflegekraft, die einer Heimbewohnerin eine Banane anreichte. Ebenso wie Erdbeeren, Apfel, Ananas und Mango hatte Roland Töller auch hier aus der Frucht einen Brei geschaffen, zu dem lediglich ein Bindemittel zum Andicken gegeben wurde. Dieses pürierte Obst fügte er zurück in die Fruchtschale. „Die Früchte werden so noch als solches erkannt“, stellte Schlag fest und ergänzt: „dann sieht eine Erdbeere noch wie eine Erdbeere aus“. „Gut, dass es nicht so süß ist“ und „War richtig lecker, das müsste es jeden Tag geben“, freuten sich die Bewohner über das Obstmus, die ihnen an diesem Mittag in verschiedenen Variationen angeboten wurde.

Das traditionelle Sommerfest des GBH findet am Sonntag, 10. Juni, statt.

Westerwaldpost Nord vom Mittwoch, 9. Mai 2018, Seite 9 (15 Views)

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