Westerwald-Post Süd AW

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„Tiere sind kein Wanderpokal“:

Kroppacher haben ein Herz für Tiere

Michael und Margitta Stabenow aus Kroppach helfen Papageien in Not und bieten ihnen ein liebevolles Zuhause

-von Katharina Hennig-

KROPPACH. Pippi Langstrumpf besaß einen, die Werbung für exotisch anmutende Produkte kommt nicht ohne ihn aus. Er ist bunt, wunderschön, manchmal laut und für viele das Haustier der Träume: der Papagei. Doch die bunten Tiere sind anspruchsvoll und können sehr alt werden. So verliert mancher die Lust an der Haltung. In anderen Fällen überlebt das Tier seine Besitzer. Im schlimmsten Falle landen die wunderschönen Vögel dann sogar auf dem Sperrmüll, wie Michael und Margitta Stabenow von einem besonders schrecklichen Fall berichten. Die beiden sprechen aus Erfahrung, denn seit vielen Jahren leiten sie einen Gnadenhof für Vögel in Kroppach.

Alles begann mit einem Hobby, berichtet das Ehepaar beim Gespräch mit Am WOCHENENDE in seiner gemütlichen Küche.

Nach und nach entwickelte sich daraus zunehmend der Wunsch, Tieren zu helfen, die es nicht so gut haben. Die Papageienhilfe Westerwald war damit geboren, die mittlerweile ein eingetragener Verein ist. Beide Stabenows sind berufstätig und daher viel unterwegs, doch sie investieren viel Zeit und Geld in ihr einstiges Hobby, das zu einer Lebensaufgabe geworden ist.

Beide haben ganz unverkennbar ein großes Herz für Tiere. Betritt man das mit viel Liebe zum Detail eingerichtete Haus der beiden, fällt das sofort ins Auge. Drei Hunde leben hier und halten Herrchen und Frauchen auf Trab.

Eigentlich könnte man meinen, das sei neben den beruflichen Tätigkeiten genug der Arbeit, doch nicht für das Ehepaar Stabenow: Der Wunsch, den Vögeln, die aus schlechter Haltung kommen oder deren Besitzer sich aus verschiedensten Gründen nicht mehr um die Tiere kümmern können, zu helfen und aufzunehmen, treibt die beiden dabei immer an. Bei den Stabenows haben die Vögel ein artgerechtes und schönes Zuhause bis zu ihrem Lebensende.

Viel Freiraum und liebevolle Pflege

Die ehemaligen Besitzer können ihr Tier aber auch nach Absprache besuchen, berichten sie. Ein Ehepaar, dass seine Vögel abgeben musste, schaut beispielsweise immer wieder gern vorbei und besucht die schweren Herzens von ihnen abgegebenen Tiere.

Die Vögel benötigen viel Platz und Freiraum. Daher haben die Stabenows ein Nebengebäude ausgebaut und mit verschieden großen Volieren versehen. Neben dem Wohnhaus befindet sich dieser große Anbau und was sich darin verbirgt, macht deutlich, wie viel Liebe und Zeit die Stabenows in ihr anfängliches Hobby stecken: Komplett ausgebaut, bietet das Haus den vielen bunten Vögeln ausreichend Licht und Platz; inmitten des Hauses befindet sich sogar eine gemütliche Sitzecke, die zum Verweilen einlädt.

Vögel haben eine oft traurige Vorgeschichte

Wenn die beiden einmal Zeit haben, setzen sie sich gerne dort hin und genießen die Zeit mit ihren Tieren. Betritt man das Nebengebäude, erschlägt der Lärm zunächst, denn die Vögel erkennen genau, wenn sie Besuch bekommen und vor allem, wenn jemand fremdes ihr „Territorium“ betritt.

Die vielen bunten Vögel haben alle eine Geschichte und meist ist es eine traurige. Sie sind oft misstrauisch gegenüber Menschen und brauchen Zeit, um wieder zu vertrauen.

Zu jedem der Vögel haben die Stabenows eine ganz besondere Beziehung aufgebaut und jeder hat einen Namen: Zu ihren Lieblingen zählen die beiden großen Alexandersittiche Ruby und Lucky oder der Gelbhaubenkakadu Kuki. Dass die Tiere viel erlebt haben, sieht man ihnen oft bereits auf den ersten Blick an. Viele haben sich gerupft, trauern oder sind stark traumatisiert. Sie dürfen ihren Lebensabend in einer liebevollen Umgebung verbringen und wenn Margitta Stabenow über die Schicksale der Vögel spricht, fällt sogar das Wort „Pflegekinder“. Dass auch der Sohn, die Schwiegertochter und die Enkelkinder Tierfreunde sind und mit anpacken, freut das Ehepaar sehr. Eines steht fest: Sie wollen weitermachen. Für 2018 planen sie einen „Tag der offenen Tür“. Da wollen die beiden ihre Arbeit vorstellen und andere daran teilhaben lassen, wie sehr ihr Herz für Tiere schlägt.

Westerwald-Post Süd AW vom Samstag, 30. Dezember 2017, Seite 8 (51 Views)

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