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Schwere Auswärtshürde für den EHC Neuwied in Hamm

Gegner hat sich mit Ex-DEL-Spieler Kevin Orendorz verstärkt

NEUWIED. Nach dem erfolgreichen Start in der Eishockey-Regionalliga mit zwei Siegen warten auf den EHC Neuwied an diesem Wochenende zwei echte Härtetests: Am Freitag gastieren die Deichstädter gastierten die Bären beim amtierenden Meister Herforder EV (Spiel fand erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt), und am Sonntag geht's erneut nach Nordrhein-Westfalen, wenn ab 18.30 Uhr das Kräftemessen mit den Eisbären aus Hamm ansteht.

Daniel Benske macht kein Geheimnis aus seinen taktischen Strategien. Am ersten Wochenende der Eishockey-Regionalliga West packte der 37-jährige Trainer des EHC „Die Bären“ 2016 Neuwied jede seiner Ausrichtungen einmal aus. Gegen den aufs Zerstören ausgelegten Hessenmeister aus Frankfurt die offensivere, zwei Tage später im Heimspiel gegen die Ratinger Ice Aliens das abwehrlastigere 1:2:2-System. Das sieht – mit einem vorcheckenden Stürmer, zwei defensiver orientierten Angreifern und den beiden Verteidigern dahinter – aus der Vogelperspektive wie ein „V“ aus. Ein „V“, das den Neuwiedern gegen die mit 6:1 bezwungenen „Außerirdischen“ so viel Vergnügen bereitete. Ratingens Coach Krisztian Sikorski musste einsehen, dass sein Team nach vier Siegen über die Bären in der Saison 2017/18 diesmal keine Chance hatte im Icehouse.

Genau auf dieses System setzen die Bären vermutlich auch an diesem Wochenende wieder, das zwei Auswärtsaufgaben für sie bereithält, die in der West-Staffel der Regionalliga schwieriger kaum sein könnten. „Das sind zwei schwierige Gegner, aber in dieser Saison wird es in keinem Spiel ein Zuckerschlecken geben. Genau das macht die Regionalliga auch so spannend“, weiß der EHC-Coach, dass er seine Kufenflitzer Woche für Woche ans Limit bringen muss.

„Wir haben gesehen, dass wir es defensiv können, wir haben gesehen, dass wir es offensiv können – wieso sollten wir also nicht Punkte mitnehmen?! Das ist auf jeden Fall unser Ziel.“

Deutlich durchgemischt haben die in der Vorsaison im Viertelfinale gegen Ratingen ausgeschiedenen Hammer ihren Kader, um diesmal über die Runde der letzten acht hinauszukommen. Unter anderem gelang mit Kevin Orendorz der Transfercoup des Sommers in der Regionalliga. Der Angreifer spielte bis zum Frühjahr noch für die Krefeld Pinguine in der DEL. Insgesamt 154 Partien hat der 23-Jährige in der höchsten deutschen Spielklasse absolviert. „Ein Mann, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Alleine seine Verpflichtung zeigt, dass Hamm angreifen will“, hebt EHC-Coach Benske die Augenbrauen.

Auch der Tscheche Lukas Novacek kann jederzeit den Unterschied ausmachen. Der Neuzugang aus Schönheide schoss in der Spielzeit 2017/18 mit 98 Scorerpunkten in 28 Partien die Regionalliga Ost in Grund und Boden. Er muss sich verletzungsbedingt allerdings noch etwas in Geduld üben. Auch ohne Novacek unterstrich die Mannschaft von Ralf Hoja in den ersten beiden Partien ihre Ambitionen, besiegte Lauterbach mit 14:0 und Frankfurt mit 8:0.

Zwölf unterschiedliche Torschützen gab es auf Eisbären-Seite. Der EHC Neuwied hatte derweil gegen Ratingen nur 15 Feldspieler auf dem Spielberichtsbogen stehen. „Auch wenn wir es mit zum Teil nur knapp drei Blöcken sehr gut gemacht haben, hoffen wir natürlich, dass der eine oder andere wieder zurückkehrt“, sagt Bären-Dompteur Daniel Benske.


Neuwied AW vom Samstag, 6. Oktober 2018, Seite 8