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„Ein Mitmachverein ohne

Mitgliederbeiträge“

Familienbildungsstätten in der Region blicken in die Zukunft

REGION. 127 487 Unterrichtsstunden mit 50 591 Teilnehmenden wurden 2017 von den Familienbildungsstätten (FBS) Andernach, Bad Neuenahr-Ahrweiler, Koblenz, Linz, Mayen, Neuwied und Simmern geleistet. Etwa alle sechs Wochen treffen sich die Leiter in einem regionalen Qualitätszirkel, um über ihre Angebote, aktuelle Themen wie Datenschutzrechtlinien oder über die Bistumssynode zu sprechen.

„Unsere Teilnehmer merken, hier ist etwas anders, aber sie können dieses Gefühl nicht konkretisieren. Sie sagen uns, dass sie sich hier angenommen fühlen“, verdeutlicht es Felicitas Flöthner, geschäftsführende Leiterin in Koblenz. „Wir leben das Christsein; da muss nicht vor jedem Angebot ‚katholisch‘ stehen“, fügt Ute Gilles-Adenauer von der FBS Linz hinzu. „Bei unseren Eltern-Kind-Gruppen wird auch schon mal ungezwungen über das Thema Taufe gesprochen. Ich denke, das unterscheidet uns unter anderem von der Volkshochschule“, berichtet Felicitas Flöthner aus ihrem Alltag.

Bei den FBS handelt es sich um eingetragene Vereine unter bischöflicher Aufsicht mit einem ehrenamtlichen Vorstand und hauptamtlichen Mitarbeitern. Zuschüsse erhalten die Einrichtungen vom Land Rheinland-Pfalz und vom Bistum; in einigen Fällen auch von den Kommunen. „Wir sind ein Mitmachverein ohne Mitgliederbeiträge“, fasst es Erika Heinen (geschäftsführende Leiterin der FBS Bad Neuenahr-Ahrweiler) augenzwinkernd zusammen. Jährliche Teilnehmerbefragungen sind ein Instrument, um die Zufriedenheit abzufragen, aber auch eine Möglichkeit herauszufinden, welche Angebote noch fehlen.

„Viele Eltern gehen schneller wieder arbeiten. Da fehlen uns nicht nur Kursteilnehmer, sondern auch Leiter; früher war eine Honorartätigkeit für Mütter bei der FBS durchaus interessant“, erklärt Emmerich, Leiterin der FBS Mayen, die Entwicklung. Angebote, die tagsüber stattfinden, werden seltener angenommen, weiß Nils Zimmermann, geschäftsführender Leiter der FBS Neuwied und Linz. „Viele Infos findet man nun im Internet“, sagt Zimmermann im Hinblick auf die Digitalisierung.

Iris Emmerich ist im Vorstand der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft der Familienbildungsstätten und kümmert sich um die Belange der 15 FBS im Bistum Trier – dazu zählt auch die Umsetzung der Synode.

Gut vernetzt

„Was die Umsetzung der Ideen aus dem Synodendokument angeht, sind wir als FBS schon recht weit. Wir sind kommunal und innerkirchlich sehr gut vernetzt“, berichtet sie. „Wir sind zudem Orte des Glaubens – auch wenn das bei vielen noch nicht so präsent ist.“ Daran müssten sie nun gemeinsam arbeiten. „Charismen vor Aufgaben stellen“ wie es im Synodendokument heißt, würde in den FBS schon praktiziert. „Wir schauen bei den Ehrenamtlichen darauf, was ihre Herzenssache ist und danach gehen wir“, erklärt Stefanie Lange, Leiterin der FBS Andernach und Gastgeberin der Treffen des Qualitätszirkels.

Die FBS suchen noch Honorarkräfte, die einen Kurs anbieten möchten. Weitere Infos gibt es bei den einzelnen Familienbildungsstätten in Andernach, q (02632) 250350; Koblenz, q (0261) 9142199; Linz, q (02644) 4163; Mayen, q (02651) 6800; Neuwied, q (02631) 39070 und Simmern, q (06761) 95020.


Rhein-Wied Kurier vom Mittwoch, 27. Juni 2018, Seite 10