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Kein „Hinterbänkler“ mehr

Interview mit dem Sportpolitischen Sprecher Detlev Pilger der SPD-Bundestagsfraktion

REGION/BERLIN. Auch, wenn die Koalitionsverhandlungen sich über längere Zeit erstreckten, so wurde die Besetzung der Ausschüsse im Bundestag fließend abgeschlossen. Dabei sind die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Josef Oster (CDU) und Detlev Pilger (SPD) in ihre gewünschten Ausschüsse gewählt worden. AM WOCHENENDE sprach mit Detlev Pilger, der nun sogar als Sportpolitischer Sprecher seiner Fraktion fungiert.

AM WOCHENENDE: Herr Pilger, die Ausschüsse sind nun personalisiert – wie sieht es aus bei Ihnen, sind Sie zufrieden?

Detlev Pilger: Prima, ich bin sehr zufrieden. Meine Wünsche wurden mehr als erfüllt. Für mich kann es jetzt richtig losgehen.

AM WOCHENENDE: Was heißt mehr als erfüllt?

Pilger: Nun, ich bin zunächst im Umweltausschuss geblieben und kann mich dort als Berichterstatter weiter für Themen einsetzen, die eine große Relevanz in meinem Wahlkreis haben. So der bezahlbare Wohnraum, das Thema Soziale Stadt, wie kann die Konversion gelingen, Wasserstraßen und das Thema Hochwasser noch dazu genommen, um einige zu nennen. Selbstverständlich werde ich beim Thema Bahnlärm weiterhin unterwegs sein.

AM WOCHENENDE: Und wie sieht es im Sportausschuss aus?

Pilger: Hier wurde ich von der Fraktion als Obmann und Sportpolitischer Sprecher vorgeschlagen und dann auch einstimmig gewählt. Darüber bin ich ganz froh und auch ein bisschen stolz. Ich freue mich, nun noch enger mit meinem berühmten Sportkameraden Eberhard Gienger, der für die CDU diese Funktion ausübt, zusammenzuarbeiten. Wir verstehen uns ausgezeichnet.

AM WOCHENENDE: Was bedeutet ihre neue Funktion in diesem Ausschuss jetzt genau?

Pilger: Ich bin zukünftig erster Ansprechpartner für Verbände und Sportorganisationen und werde hier nun ganz anders gefragt sein. Meine bundesweite Präsenz wird eine andere sein, viele Termine werden hinzukommen. Ich leite die AG Sport und vertrete die Themen dann auch im Sportausschuss. Die Reden im Parlament werden mehr und auch Pressetermine werden sich häufen. Aber ich bekomme auch wesentlich mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mich gut vorbereiten – und auch größere Büroräume. Ich freue mich riesig auf diese Herausforderung!

AM WOCHENENDE: Wir können uns noch an das Zitat im Schängel erinnern, als sie unmittelbar nach der Wahl geäußert hatten: „Ich möchte nur Hinterbänkler sein“. Damit ist jetzt wohl vorbei?

Pilger: Ja, es sieht ganz so aus. Aber ich bin nun mal Bundespolitiker und dazu gehört es eben auch, sich diesen Aufgaben zu stellen.

AM WOCHENENDE: Bedeutet das, dass Sie zukünftig im Wahlkreis und im Rat der Stadt Koblenz nicht mehr zu sehen sein werden?

Pilger: Wer mich kennt, weiß, wie stark ich mit meiner Heimat verwurzelt bin und Politik für mich nicht ohne die Anbindung an das Kommunale denkbar ist. Ich habe tolle Leute in meinen Büros, die nun meinen Terminkalender noch etwas mehr im Blick halten müssen. Aber das wird schon klappen!

AM WOCHENENDE: Werden Sie bei der nächsten Kommunalwahl im Mai 2019 wieder als Stadtrat antreten werden?

Pilger: Wenn die Partei das möchte, dann sehr gerne!

AM WOCHENENDE: Letzte Frage! Wie geht es in dieser Woche und in der nächsten Woche weiter?

Pilger: Ganz klar, mit einem dreifachen „Kowelenz Olau!“ Schwerdonnerstag bin ich unterwegs mit Freunden, am Wochenende stehen noch verschiedene Fassenachtstermine an. Allerdings kein eigener Auftritt mehr – ich habe ja ein Comeback gefeiert. Im Rosenmontagszug fahre ich dann bei Gelb-Rot auf dem Wagen mit. Und Aschermittwoch ist dann alles vorbei! Stopp, morgens steigt dann erst der Aschermittwoch der Künstler und abends gibt’s den Politischen Aschermittwoch auf der Koblenzer Brauerei, mit mir als Hauptredner. Da werde ich dann kräftig reinhauen! (lacht).

Herr Pilger, wir wünschen Ihnen für die Karnevalstage viel Spaß und für alles weitere Kraft und Gesundheit.


Mülheim-Kärlich AW vom Samstag, 10. Februar 2018, Seite 3